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Der Wald ist doch keine Müllkippe!

Bergeweise Müll haben die rund 30 Jagdpächter aus den Wäldern rund um Murchin geholt.  FOTO: ZVG/manthey

VonVeronika MüllerMurchiner Jäger haben über zwölf Kubikmeter Abfall aus ihren Wäldern geholt – und fragen sich: Wer funktioniert den Wald zur ...

VonVeronika Müller

Murchiner Jäger haben über zwölf Kubikmeter Abfall aus ihren Wäldern geholt – und fragen sich: Wer funktioniert den Wald zur Müllhalde um?

Murchin.Müll und kein Ende in Sicht. Die Murchiner Weidmänner kennen das Spiel schon zur Genüge. Jedes Jahr im Frühjahr stapelt sich der Müll regelrecht in ihren Wäldern. „Darum haben wir nun zu einer Großaktion geblasen und über 30 Jäger sind gekommen.“ Hegeringleiter Manfred Manthey ist einerseits erfreut darüber, dass so viele Freiwillige an dem Frühjahrsputz teilgenommen haben. Andererseits kann er nur den Kopf schütteln über das Tun seiner Mitbürger, die offenbar den Wald mit einer Müllkippe verwechseln.
Kein Wunder, dass der Murchiner so sauer ist. Von Schrankteilen über Reifen, Plastikbehältern und allerlei Flaschen hat sich bis zum Sofa das volle Sperrmüllsortiment dort angefunden. „Der Container, den wir bereit gestellt hatten, fasst etwa siebeneinhalb Kubikmeter, wir haben fast das doppelte gebraucht.“ Am Ende waren es rund zwölf Kubikmeter Abfall, den die Murchiner Stück für Stück eingesammelt hatten. Manthey kann das nicht verstehen: „Bis zu drei Kubikmeter kann jeder seinen Sperrmüll auf der Deponie kostenfrei entsorgen. Anmeldungen für Sperrmüll sind ebenfalls möglich. Und die gelben Säcke gibt es ja auch noch.“ Vieles, von dem, das sich angefunden hat, gehört eigentlich auch in die gelben Säcke, die übrigens ebenfalls kostenfrei entsorgt werden.
Die Weidmänner machen sich Sorgen. Sie haben Spuren von Tieren in dem Müll entdeckt, die vermuten lassen, dass diese sich verletzt haben könnten. Denen helfen zu können, wird schwer. Außerdem hat Manthey seine eigene Philosophie zu dieser Art Abfallwirtschaft einiger Leute: Die Tiere gewöhnen sich an die Menschen und an deren Gerüche. Dann sei es kein Wunder, wenn die eines Tages über die Heringsdorfer Strandpromenade spazieren als seien sie dort zu Hause. Die Jäger hoffen jedenfalls, dass es jetzt sauber bleibt. „Wir sind nicht die Müllabfuhr für Ausflügler.“