Rainer Vanauer – der Wikinger vom Peenetal – hat sein Unternehmen in Menzlin mit eigenen Händen aufgebaut. Jetzt geht er
Rainer Vanauer – der Wikinger vom Peenetal – hat sein Unternehmen in Menzlin mit eigenen Händen aufgebaut. Jetzt geht er in den Ruhestand. Matthias Diekhoff
Neben Kanus gehören unter anderem auch Floßfahrten und Naturführungen zum Angebot.
Neben Kanus gehören unter anderem auch Floßfahrten und Naturführungen zum Angebot. Matthias Diekhoff
Die Anlegestelle in Menzlin von der Peene aus.
Die Anlegestelle in Menzlin von der Peene aus. Maximilian Tabaczynski
Floßfahrten auf der Peene gehören für viele Touristen zum Ausflugsprogramm.
Floßfahrten auf der Peene gehören für viele Touristen zum Ausflugsprogramm. Maximilian Tabaczynski
Peene-Original

Der Wikinger geht von Bord seiner Kanu-Station

Rainer Vanauers Kanuverleih ist in den vergangenen Jahren zu einen Institution an der Peene geworden. Angefangen hat er mit einem Bauwagen, drei Tischen und sechs Kanus. Inzwischen konnte er schon Promis wie den Rammstein-Sänger Till Lindemann begrüßen.
Menzlin

„Es gibt nichts, was nicht geht.“ Nach diesem Credo hat Rainer Vanauer stets gehandelt. Das, was demnächst geht, ist allerdings er selbst – und zwar in den Ruhestand. Ab 1. Oktober ist der „Wikinger vom Peenetal“ also Rentner, aus Altersgründen, wie er sagt. Dann will er sich unter anderem wieder mehr um sein Hobby als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger kümmern oder auch mal wieder ein Buch bis zum Ende lesen, was in den vergangenen 15 Jahren so gut wie nicht möglich gewesen sei. In diesen 15 Jahren hat Rainer Vanauer an der Peene bei Menzlin mit eigenen Händen aus der Arbeitslosigkeit heraus ein schwunghaftes Tourismusunternehmen mit jährlich bis zu 14 000 Gästen und drei Arbeitsplätzen aufgebaut. „Ohne Fördermittel und Kredite“, wie er betont.

Hüter der Geschichte(n)

Angefangen hat er 2005 mit einem Bauwagen, drei Tischen und sechs Kanus zum verleihen. Die ersten drei Jahre seien zwar nicht so rosig gewesen, dann begann der Laden aber allmählich zu laufen. Die Zahl der Kanus erhöhte sich zunächst auf 20, heute sind es 35. Dazu zwei Flöße und ein Tretboot. Den ganz großen Auftritt hatte Vanauer bei den Führungen am „Alten Lager“, bei denen er zünftig gewandet die kulturhistorische Bedeutung des frühgeschichtlichen Handelszentrums der Wikinger an der Peene erklärt, sowie auch Riten und Gebräuche der Nordmänner. Das will er übrigens auch noch machen, wenn er in Rente ist.

Selbst der Rammstein-Sänger war schon da

Dank gelte auch der Familie, die immer eingesprungen sei, wenn es viel zu tun gab, und den Behörden, Einrichtungen und Vereinen, mit denen er immer gut zusammengearbeitet habe, wie zum Beispiel dem Naturpark „Flusslandschaft Peental“ oder das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund. Und auch den Gästen, die für besondere Momente an der Peene gesorgt haben. Wie zum Beispiel der Besuch des Abenteurers und Weltumseglers Burghard Pieske, der mit einem Wikingerboot den Atlantik überquert hat, oder auch die Begegnung mit Till Lindemann, dem Sänger der Band Rammstein, der in Menzlin Ruhe und Abgeschiedenheit suchte und ein „feiner Bengel“ sei, wie Vanauer festgestellt hat.

Rätsel um den Nachfolger

Einen Nachfolger für sein Unternehmen habe er auch schon gefunden, sagt er, den Namen möchte er aber nicht nennen, bevor alles „in Papier und Tüten“ ist. Ein bisschen fehlen wird ihm das alles schon, wenn die Schlüssel übergeben sind, aber die Möglichkeit, gemeinsam mit seiner Frau in Rente zu gehen, sei eben auch sehr verlockend. „Alles hat seine Zeit im Leben“, sagt der Wikinger vom Peental.

 

zur Homepage