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Deutschlands vielleicht überflüssigste Politesse

So könnte es also demnächst aussehen, wenn das Amt Züssow tatsächlich einen Bewerber auf seine Stellenausschreibung findet.
So könnte es also demnächst aussehen, wenn das Amt Züssow tatsächlich einen Bewerber auf seine Stellenausschreibung findet.
A. Maaß; Montage: Uwe Gildhorn

Privatwagen Bedingung, fünf Stunden Wochenarbeitszeit. So sucht das Amt Züssow nach einer Politesse. Wofür bloß?

Offenbar gefährden Blechlawinen nun auch das öffentliche Leben im extrem dünn besiedelten Amtsbereich Züssow massiv – meint jedenfalls die Amtsverwaltung.  Sie sah sich genötigt, zu handeln und veröffentlichte im Amtsblatt eine Stellenanzeige.

Gesucht wird eine Politesse, die ordnungswidrig geparkte Autos mit Knöllchen bedenkt, aber auch Begründungen bei weitergehenden Verfahren schreibt und den Bürgern dazu noch zu rechtlichen Fragen Rede und Antwort steht. Und das alles in nur fünf Stunden wöchentlich.

Und doch braucht man eine Politesse, sagt Doris Baumgardt, Chefin des Ordnungsamtes in der Züssower Verwaltung. Bisher hätten ihre Mitarbeiter den ruhenden Verkehr mitüberwacht. Aber die Probleme mit Falschparkern, abgestellten Autos in Spielstraßen und zugestellten Feuerwehrdurchfahrten hätten drastisch zugenommen. So sehr, dass man dies nicht mehr im Vorbeigehen erledigen könne. Vor allem Gützkow, Rubkow und Karlsburg seien da Problemorte. Wobei man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: Die Metropole Gützkow hat 2890 Einwohner, das pulsierende Karlsburg 1270, und Rubkow bringt es auf respektable 683 Bürger.

Was hinzukommt: Die Ordnungsamtsmitarbeiter des Amtes sind in Ziethen stationiert. Bis Gützkow müssten sie mindestens eine Fahrtzeit von 20 Minuten einplanen. Deshalb soll die künftige Politesse auch mit dem Privat-Pkw dienstlich durch den Bereich kurven.

Mal sehen, ob sich da jemand meldet.