Symbolverbot

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Die Anklamer Bandidos heißen jetzt „BFFB6 81“

Die Bandidos in Anklam ließen sich mit dem Entfernen Ihrer Schilder Zeit - die ließ ihnen die Polizei allerdings auch.
Die Bandidos in Anklam ließen sich mit dem Entfernen Ihrer Schilder Zeit - die ließ ihnen die Polizei allerdings auch.
Tilo Wallrodt

Während die Polizei am Wochenende mit mehreren Dutzend Beamten in Anklam nach den neuerdings verbotenen Symbolen des Rocker-Clubs „Bandidos“ suchte, wartete der Club zu Wochenbeginn mit einem neuen Namen auf. Man gibt sich geheimnisvoll!

Es sind markige Worte, die Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Freitag in einer Presse-Erklärung über das Verbot der Rocker-Schriftzüge verlor. „Drogen, Waffen- und Menschenhandel, Prostitution: Die Liste der schweren Straftaten von Rockergruppen ist lang“, sagte er. Es sei nur konsequent, im Kampf gegen die Rockerkriminalität Verbote auszusprechen. Also dürfen ab sofort sechs Rockerclubs, darunter auch die Bandidos, ihre Symbole nicht mehr zeigen.

Und die Anklamer Bandidos? Die halten sich auch an die Verordnung, zumindest scheint es so. Denn an dem Clubhaus hängt inzwischen nicht mehr der Bandidos-Schriftzug, sondern ein anderes Schild: „BFFB6 81“ ist darauf zu lesen. Der ersten vier Buchstaben stehen wahrscheinlich für „Bandidos forever forever Bandidos“ (Bandidos für immer für immer Bandidos). Was die Zahlen angeht, ist es schon etwas schwieriger. 81 steht in der Rockerszene für die Hells Angels, also den verfeindeten Rockerclub. Dass der Anklamer Rockerclub nun allerdings die Anfangsbuchstaben der erklärten Feinde in den eigenen, neuen Namen aufnimmt, hat gewiss nichts mit Sympathie zu tun. Die 6 könnte wiederum für den Buchstaben „F“ und das Wort „fight“ stehen (engl. für bekämpfen).

Frist zum  Entfernen des Schildes bis Montagabend

Die Polizei hatte jedenfalls bereits am Sonnabend mit rund 50 Beamten die zum Sommerfest des an gleicher Stelle residierenden „Vengator MC“ an- und abreisenden Rocker auf der Pasewalker Straße kontrolliert. Verbotene Kennzeichen fand man dabei zwar nicht – aber gleichzeitig hing noch das Club-Emblem am Vereinshaus. Hatten die Beamten das Schild womöglich übersehen? Natürlich nicht, ergab eine Anfrage. „Wir haben den Club bereits am Freitag aufgefordert, das Schild zu entfernen“, sagte Polizei-Sprecher Erik Günther. „Allerdings haben wir eine Frist bis Montagabend, 24 Uhr, gesetzt.“ Und an die haben sich die Rocker auch gehalten. Am Sonnabend jedoch standen sie noch unter ihrem Schild und wiesen Passanten sogar feixend darauf hin.

Andreas Scholz, Sprecher des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, ergänzte: „Wir haben alle betroffenen Rocker-Clubs aufgefordert, die Schilder zu entfernen. Und wir wollen keine Zweifel daran lassen, dass wir das Verbot auch umsetzen werden.“ Vor diesem Hintergrund sei auch die große Kontrollaktion am Sonnabend zu sehen.