Land unterstützt Restauration

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Die Loitzer Buchpatienten werden verarztet

Die Bucharchäologin Dr. Britta-Juliane Kruse und der Loitzer Pastor Bernd-Ulrich Gienke setzen sich gemeinsam für die Sanierung der historischen Kirchenbibliothek in Loitz ein. Das Land unterstützt ihr Vorhaben mit 30 000 Euro.
Die Bucharchäologin Dr. Britta-Juliane Kruse und der Loitzer Pastor Bernd-Ulrich Gienke setzen sich gemeinsam für die Sanierung der historischen Kirchenbibliothek in Loitz ein. Das Land unterstützt ihr Vorhaben mit 30 000 Euro.
Ulrike Rosenstädt

Freude in der Loitzer Kirchenbibliothek, die Bücherrettung kann beginnen. Dank einer Förderung vom Land geht es den Papier-Schädlingen nun an den Kragen – natürlich behutsam, denn die wertvollen Bücher sind schon mehr als 400 Jahre alt.

Mit dieser Summe hatte nun wirklich niemand gerechnet. Das Land stellt für die weitere Sanierung der Loitzer Kirchenbibliothek 30 000 Euro bereit – Hoffen und Bangen waren nicht umsonst. Denn die Loitzer Kirchengemeinde ist Besitzerin eines großen Bücherschatzes. Der umfasst mehr als 600 Bände, die ältesten sind 400 Jahre alt.

Die Bucharchäologin Dr. Britta-Juliane Kruse arbeitete im zurückliegenden Jahr an der Erforschung dieser historisch sehr wertvollen Bibliothek (der Nordkurier berichtete). Parallel ließ sie die Öffentlichkeit an ihrer Arbeit teilhaben, hielt Vorträge und „sie unterstützte uns auch dabei, Förderanträge zu stellen“, sagte der Loitzer Pastor Bernd-Ulrich Gienke. Mit Erfolg, wie sich jetzt erneut herausstellte. Denn nach einer ersten finanziellen Unterstützung vom Land in Höhe von 12 000 Euro kommen nun aus dem Programm „Sicherung aus schriftlichen und audiovisuellen Kulturgütern in Mecklenburg-Vorpommern“ noch einmal stolze 30 000 Euro dazu.

„Das ist auch deshalb so bemerkenswert und ein großes Glück für uns, weil für ganz Mecklenburg-Vorpommern speziell über dieses Förderprogramm insgesamt 100 000 Euro zu Verfügung stehen“, weiß der Pastor. Dass Loitz fast ein Drittel dieser Summe erhält, freut das gesamte Team, das sich für die Rettung des Kirchenschatzes engagiert.

Ran an die kleinen Schädlinge

Somit beginnt jetzt Phase zwei der Rettung. Nachdem im Herbst 2017 schon erste Reparaturen möglich waren, kann die Berliner Restauratorin Cornelia Hanke, die auf den Umgang mit Buch-, Grafik- und Archivgut spezialisiert ist, nun gemeinsam mit Kollegen ihre Arbeit in Loitz fortsetzen.

„Es geht im zweiten Schritt darum, die kleinen Schädlinge, die sich über Jahrhunderte in den Papieren eingenistet haben, zu entfernen, damit sie nicht noch weitere Schäden anrichten“, erklärte Britta-Juliane Kruse. Darüber hinaus werden die Buchpatienten, wie die Fachfrau die stark beschädigten Bände bezeichnet, weiter behandelt. Denn auch an den Gelenken, die die Buchdeckel zusammenhalten, nagt der Zahn der Zeit – die seit 1611 vergangen ist. Die aktuelle Arbeit der Restauratoren, vor Ort soll noch in diesem Frühjahr beginnen.