Vom Wähler in die Versenkung geschickt, von der Regierung aus dem politischen Grab geholt: Andreas Texter (CDU), Bernd Schubert (CDU) und Heinz Müller (SPD).
Vom Wähler in die Versenkung geschickt, von der Regierung aus dem politischen Grab geholt: Andreas Texter (CDU), Bernd Schubert (CDU) und Heinz Müller (SPD). NK-Archiv, Montage: U. Gildhorn
Totgewählte leben länger

Die Rückkehr der Polit-Zombies

Sie waren politisch mausetot: Bernd Schubert (CDU) aus Anklam, Andreas Texter (CDU) aus Ueckermünde und Heinz Müller (SPD) aus Pasewalk – alle wurden am 4. September abgewählt. Und dafür jetzt mit lukrativen Versorgungsposten belohnt.
Vorpommern

Solche Freunde möchte man haben: Auch wenn die CDU bei den Landtagswahlen in Vorpommern am 4. September eine üble Niederlage einstecken musste, vergessen die Christdemokraten offenbar keinen ihrer bisherigen Getreuen. So kann sich der frühere Ueckermünder Direktabgeordnete Andreas Texter, der sich bei der Wahl sowohl gegen Patrick Dahlemann (SPD) als auch gegen Stephan Reuken (AfD) geschlagen geben musste, über einen neuen Job freuen: Er wird stellvertretender Sprecher der Landesregierung.

Verdienen wird Texter dort gut – sogar besser als im früheren Landtagabgeordneten-Job: Dort lag die Diät bei 5733 Euro, künftig verdient Texter in der Besoldungsgruppe B2 – das sind aktuell 6933,29 Euro. In SPD-Kreisen kann man sich Spott über diese Personalie nicht verkneifen. Da werde ausgerechnet der CDU-Politiker zum Vize-Regierungssprecher ernannt, der den schlechtesten Wahlkampf geführt und die schlechteste Öffentlichkeitsarbeit gemacht habe.

Auch ein SPD-Mann wurde „versorgt”

Bei den Sozialdemokraten sollte man sich allerdings mit Häme zurückhalten. Denn einen Wahlkreis weiter, in Pasewalk, hat SPD-Mann Heinz Müller gerade Ähnliches erlebt wie Texter. Müller hatte seinen Wahlkreis zwar noch nie direkt gewonnen, war bisher aber immer über die Landesliste abgesichert.

Am 4. September hatte es allerdings nicht gereicht. Doch Müller – immerhin seit 1998 im Landtag – wird ebenfalls versorgt: Er wird neuer Datenschutzbeauftragter des Landes. Auch er wird gut verdienen: Als Datenschutzbeauftragtem steht ihm die Besoldungsgruppe B5 zu – 8258,92 Euro/Monat.

Staatskanzlei für Vorpommern

Ein wenig anders verhält sich die Lage bei Bernd Schubert, dem zu Gunsten der AfD abgewählten CDU-Abgeordneter aus Anklam. Er soll Co-Beauftragter der Staatskanzlei für Vorpommern werden. Bei ihm gibt es immerhin kaum Zweifel an seiner grundsätzlichen Eignung für den Job: Der 61-Jährige war eigentlich sogar ein heißer Kandidat auf den Posten als Staatssekretär für Vorpommern, schließlich hatte seine Partei den neuen Posten doch im Wahlkampf gefordert. Doch die Koalitionsverhandlungen gingen anders aus: Patrick Dahlemann (SPD) erhielt den Staatssekretärs-Posten, Schubert wird nun eine Art Dahlemann-Vize. Auch er soll die Besoldungsgruppe B5 erhalten – mit 8258,92 Euro pro Monat.

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