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Die „Tuba Gottes“ ist verstummt

Pastor Hans-Ulrich Schäfer war scheinbar mit den Blechblasinstrumenten verwachsen.
Pastor Hans-Ulrich Schäfer war scheinbar mit den Blechblasinstrumenten verwachsen.
R. Neumann / Nordkirche

Er war ein Original und vielen Menschen in der Region bekannt: Der frühere Usedomer Pfarrer Hans-Ulrich Schäfer, immer unterwegs im Dienst des Herrn und der Posaunen, ist am Mittwoch überraschend mit 57 Jahren verstorben.

Lange Haare, scheinbar mit der Posaune verwachsen und immer heiter: Pastor Hans-Ulrich Schäfer war ein Original. Der langjährige Obmann für Posaunenarbeit in der Pommerschen Evangelischen Kirche ist am Mittwoch  im Alter von 57 Jahren plötzlich und unerwartet in Prag bei einem Treffen der Auslandspfarrer der EKD verstorben. Bis voriges Jahr hatte er als Pfarrer in Usedom gewirkt und war dort auch als „Tuba Gottes“ bekannt.

Der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit würdigte engagierten Förderer der Posaunenmusik in Pommern: „Der plötzliche Tod von Hans-Ulrich Schäfer trifft mich und viele Menschen, die ihn als Pastor und über seine Posaunenarbeit schätzen gelernt haben. ‚HUS‘, wie er hier genannt wurde, hatte die Gabe, unvoreingenommen und geradeheraus auf Menschen zugehen zu können. Seine humorvolle  Art und sein Spaß an der Musik waren ansteckend. Wo Hans-Ulrich Schäfer sich aufhielt, da wurde musiziert. Seine zupackende Art kam besonders bei den Landesposaunenfesten und regionalen Kirchentagen zum Tragen. Den Menschen in Pommern wird er aufgrund seiner ganz speziellen Art, die Posaunenmusik in den Dienst der Verkündigung zu stellen, in Erinnerung bleiben.“

Nach einer Ausbildung als Instandhaltungsmechaniker beim Chemiekombinat Bitterfeld studierte Hans-Ulrich Schäfer in Greifswald Theologie und wurde 1985 ordiniert. Von 1998 bis 2015 war er Pastor der Kirchengemeinde Usedom. Von dort aus setzte er sich unermüdlich für die Posaunenmusik ein - zunächst auf der Insel, später in der ganzen Pommerschen Evangelischen Kirche. Mit Gründung der Nordkirche 2012 weitete sich sein Tätigkeitsbereich auf den Sprengel Mecklenburg und Pommern aus. 2015 übernahm er eine Pfarrstelle der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine (DELKU) in Kiew.