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Diebe auf der Suche nach einer Keksdose

Gisela Meier hinter der Theke in ihrem Friseur-Laden: Einschüchtern lässt sie sich von den Dieben nicht. Trotz des Einbruchs geht der Betrieb ganz normal weiter.
Gisela Meier hinter der Theke in ihrem Friseur-Laden: Einschüchtern lässt sie sich von den Dieben nicht. Trotz des Einbruchs geht der Betrieb ganz normal weiter.
Simon Voigt

Haarschneidemaschinen, Trockner, Pflegeprodukte: Die Einbrecher hätten beim Friseur eine ganze Menge mitnehmen können. Was sie interessierte, war aber nur eine Keksdose. „Mysteriös“, denkt da die Chefin.

Als Gisela Meier am Mittwochmorgen ihren Friseursalon in der Demminer Straße aufschließen wollte, dämmerte es ihr bereits: Trotz Bewegungsmelder ging das Licht im Flur nicht an und die Tür ließ sich einfach so öffnen, obwohl der Riegel ausgefahren war.

Ein oder mehrere Einbrecher hatten die Tür aufgehebelt. Im Friseursalon klauten sie dann recht zielsicher eine Keksdose, die Gisela Meier eigentlich gut versteckt hat. Darin: 500 Euro in bar. Geld, das sie durch den Verkauf von Gutscheinen eingenommen hat. Erst wenn ihre Kunden sie einlösen, wandert es in die Kasse. Den Inhalt der Dose nahmen die Diebe mit.

Trinkgelder blieben liegen

„Es ist wirklich mysteriös, dass die Einbrecher so zielstrebig vorgegangen sind. Als ob sie wussten, wonach sie suchen“, sagt Gisela Meier. In dem Raum lagen – wesentlich offensichtlicher – auch Trinkgelder ihrer Mitarbeiter. Immerhin mehr als 70 Euro, die aber an ihrem Platz blieben. Die Jalousien in dem Raum sind immer geschlossen, von außen hätte also niemand etwas beobachten können. Auf dem Schaden wird die Chefin wohl sitzen bleiben. In Zukunft will sie mit dem Geld aber anders umgehen.

Die Beamten sicherten jedenfalls mehrere Spuren, darunter auch die Keksdose, die nun von Kriminaltechnikern auf fremde Fingerabdrücke untersucht wird.