Nach dem zweiten Fall von Geflügelpest in Vorpommern-Greifswald gibt es Einschränkungen für Tierhalter. Landrat
Nach dem zweiten Fall von Geflügelpest in Vorpommern-Greifswald gibt es Einschränkungen für Tierhalter. Landrat Michael Sack hat Allgemeinverfügungen erlassen, um eine weitere Verbreitung deshochansteckenen Vogelgrippe-Virus zu verhindern. NK-Grafik
Vogelgrippe H5N1

Geflügelpest-Einschränkungen für Tierhalter in Vorpommern-Greifswald

In Vorpommern-Greifswald wurden gegen die Verbreitung der Vogelgrippe drei Zonen eingerichtet. Eine Übersicht der Maßnahmen und betroffenen Bereiche im Landkreis.
Dersekow

In unserem Landkreis ist der zweite Fall von Geflügelpest bei Vögeln in einer Haltung in diesem Herbst festgestellt worden. Nachdem die erste Meldung aus dem Tierpark in Greifswald kam, betrifft es nun einen Hausgeflügelbestand in Dersekow – nur wenige Kilometer südwestlich der Universitätsstadt. Nach der amtlichen Feststellung des Virus vom Subtyp H5N1 seien dort sämtliche Tiere getötet worden, erklärte Landratsamtssprecher Achim Froitzheim dem Nordkurier.

Starke Einschränkungen für Geflügelhalter

Gleichzeitig veröffentlichte er eine Tierseuchenallgemeinverfügung zur Festlegung einer Schutz- und Überwachungszone, mit der eine weitere Verbreitung dieser als Hochpathogene Aviäre Influenza bezeichneten Seuche verhindert werden soll. Sie bringt starke Einschränkungen für alle Geflügelhalter im Umkreis mit sich.

Der sogenannte Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens drei Kilometern um den Ausbruchsherd reicht bis in die Ortsteile Pustow, Groß und Klein Zetelvitz der Gemeinde Sassen-Trantow im Peenetal-Amtsbereich. Der liegt darüber hinaus zu großen Teilen im sich anschließenden Überwachungsgebiet, einschließlich des Loitzer Ortsteiles Schwinge. Ebenfalls besonders betroffen außer dem Amt Landhagen ist Greifswald mit zahlreichen Ortsteilen und Stadtvierteln – bis hin nach Eldena und Wiek. Die komplette Liste der Orte finden Sie am Ende des Artikels.

Neben klar definierten Hygieneregeln zu Stallungen, Kleidung, Werkzeug und Fahrzeugen ist für die gesamte Schutz- und Überwachungszone angeordnet, dass sämtliche Tierhalter unverzüglich die Anzahl ihrer gehaltenen Vögel unter Angabe von Nutzungsart und Standorts an den Kreis zu melden haben. Das gilt einschließlich verendeter Tiere sowie für jede Änderung, insbesondere durch den Anstieg erkrankter oder verendeter Tiere. Darüber hinaus dürfen Vögel, Fleisch von Geflügel und Federwild sowie Eier und von Geflügel beziehungsweise Federwild stammende sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden. Für Futtermittel gilt ein Ausfuhrverbot.

Keine Märkte oder Ausstellungen

Einher geht die Anordnung mit einer Untersagung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art. Hinzu kommen Transportverbote: „Auf öffentlichen oder privaten Straßen oder Wegen, ausgenommen auf betrieblichen Wegen, dürfen gehaltene Vögel, Eier oder Tierkörper gehaltener Vögel nicht befördert werden“, heißt es in dem Papier. Dies gelte aber nicht für die Beförderung im Durchgangsverkehr auf Bundesfernstraßen oder Schienenverbindungen, soweit das Fahrzeug nicht anhält und Geflügel oder frisches Fleisch von Geflügel nicht entladen wird, und für die sonstige Beförderung von Konsumeiern, die außerhalb der Schutzzone erzeugt worden sind.

Im besagten Drei-Kilometer-Radius zieht dieser Geflügelpest-Ausbruch sogar für bereits geschlachtetes Geflügel Folgen nach sich, jedenfalls, wenn es nicht vor dem 9. November unters Messer gekommen ist. Denn die Beförderung von frischem Fleisch aus einer Schlachtstätte, einem Zerlegebetrieb oder einem Kühlhaus ist dort bis auf genau definierte Umstände verboten, es gilt der genannte Stichtermin.

Ausnahme für Tauben

Von den Tierhaltern in dieser Sperrzone verlangt der Landkreis, ihr Federvieh – bis auf Tauben – in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung zu halten, sprich einer vor Wildvögeln sicheren Voliere. Auch in der Überwachungszone haben die Leute sicherzustellen, dass ein Kontakt des Geflügels zum Wildvogelbestand unterbunden wird. Das heißt, die Vögel dürfen keinen Zugang zu Gewässern, möglichen Überschwemmungsflächen oder anderem Oberflächenwasser haben, Hofteiche sind auszuzäunen. Wenn sich aber keine sichere Barriere garantieren lässt, gilt die verschärfte Stallpflicht.

Die Genehmigung von Ausnahmen ist beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald schriftlich zu beantragen, so der abschließende Satz der neuen Tierseuchenallgemeinverfügung.

Landrat Michael Sack hatte ab Donnerstag in einer Allgemeinverfügung die genannten Anordnungen bereits für die sogenannten Risikogebiete angeordnet. Die genannten Risikogebiete befinden sich vor allem an Gewässern und Küstenabschnitten im Kreis.

Nach dem zweiten Fall von Geflügelpest in Vorpommern-Greifswald gibt es Einschränkungen für Tierhalter. Landrat

Die Schutzzone (Sperrbezirk) umfasst:

  • Dersekow und Dersekow Hof,
  • Friedrichsfelde,
  • Alt Pansow,
  • den Levenhagener Ortsteil Alt Ungnade
  • Groß Zetelvitz,
  • Klein Zetelvitz und
  • Pustow.

Um die Schutzzone wird mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern eine Überwachungszone (Beobachtungsgebiet) festgelegt.

Dazu gehören:

  • Weitenhagen, Grubenhagen, Heimshagen I,
  • Heimshagen II,
  • Klein Schönwalde,
  • Potthagen,
  • Wackerow und Dreizehnhausen,
  • Groß Kieshof,
  • Groß Petershagen,
  • Jarmshagen,
  • Klein Kieshof,
  • Klein Petershagen,
  • Steffenshagen
  • in der Gemeinde Sassen-Trantow die Orte und Ortsteile Mühlenkamp, Sassen, Trantow, Treuen, Vierow, Zarrentin Dorf, Zarrentin Siedlung.
  • Betroffen sind auch die Orte Neuenkirchen und der Ortsteil Wampen,
  • in der Gemeinde Loitz der Ortsteil Schwinge,
  • Levenhagen und die Ortsteile Boltenhagen, Heilgeisthof, Levenhagen Hof I,
  • in der Gemeinde Hinrichshagen die Ortsteile Chausseesiedlung, Feldsiedlung, Heimsiedlung, Hinrichshagen Hof I, Hinrichshagen Hof II, Neu Ungnade
  • In Greifswald gehören die Ortsteile Eldena, Fettenvorstadt,Fleischervorstadt, Groß Schönwalde, Industriegebiet, Innenstadt, Ladebow,Nördliche Mühlenvorstadt, Obstbausiedlung, Ostseeviertel, Schönwalde I,Schönwalde II, Stadtrandsiedlung, Südliche Mühlenvorstadt und Wieck zum Beobachtungsgebiet.
  • Gleiches gilt für die Orte Görmin und Ortsteile Böken, Göslow, Groß Zastrow, Passow, Trissow,
  • die Dersekower Ortsteile Klein Zastrow und Subzow
  • sowie Dargelin und Neu Dargelin, Alt Negentin, Neu Negentin und Sestelin.

 

Die Riskikogebiete sind laut Kreis:

jeweils ein Streifen landeinwärts ab der Küstenlinie in den beschriebenen Bereichen:

Küstenstreifen
von der Landkreisgrenze VR/VG bis Höhe der Ortschaft Kowall ein Streifen von der Küste bis zur B 105

Dänische Wiek
Küstenstreifen um die dänische Wiek,- ab dem Hohen Graben entlang der L26 bis zur Ortschaft Kemnitz und weiter aufdem Abschnitt der L262 zwischen Kemnitz und Neuendorf – jedoch ohne die bebautenGebiete der Ortschaften Kemnitz und Neuendorf,-ab Neuendorf entlang der Dorfstraße und des Strandweges unter Umgehung der Ortschaft Ludwigsburg bis zur Küste auf Höhe Alte Schanze

Freesendorfer Haken
in den Grenzen des Ein- und Auslaufkanals Lubmin und einschließlich Freesendorfer See

 

jeweils ein Streifen von 500 Meter landeinwärts ab der Küstenlinie:

Gristower Wiek bis Wampener Riff
auf Höhe der Gemeindegrenze Neuenkirchen/Greifswald einschließlich der Inseln Riems, Großer Werder, Kleiner Werder, Riffbrink, Brinkenberg und Koos
einschließlich der Ortschaften Gristow, Kalkwitz, Brook, Frätow und Leist 1

Spandowerhagen bis Freest
jeweils ohne die bebauten Ortschaften Freest und Spandowerhagen

Peenestrom
von Kröslin (Höhe Naturschutzgebiet „Großer Woting”) bis Stadtgrenze Wolgast (HöheYachthafen – Spitzenhörner Bucht) einschließlich des Großen Wotings sowie der Ortschaften Hollendorf und Tannenkamp,
von Hohendorf (Gemeindegrenze) bis Klotzow/Großes Bruch/Kiotzower Polter ohne die Ortschaft Lassan

Kleines Haff - Neuwarper See
ab der Gemeindegrenze Mönkebude bis zur Landesgrenze nach Polen einschließlich der Insel Riether Werder sowie den Ortschaften Mönkebude, Grambin, Bellin, Warsin, Altwarp-Siedlung, Altwarp und Rieth

Insel Usedom
von der Nordspitze des Lieper Winkels (Höhe Grüssower Ort) am Peenestrom entlang ins Haff bis zur Landesgrenze nach Polen

Nepperminer See
in den Grenzen des NSGeinschließlich der Inseln Werder und Böhmke sowie der Ortschaft Neppermin

Peene
von der Landkreisgrenze MSE bis Höhe der Ortschaft Görke mit einem 500 Meter Uferstreifen von Görke bis zur Mündung der Peene in den Flächen des Peenetalmoors,
in Richtung Norden entlang des Lübower Waldes bis zum Großen Bruch( Anschluss Küstenstreifen),
in Richtung Süden entlang der Ortschaften Gnevezin, Bargischow, Rosenhagen, Bugewitz und Bugewitz 1, der Gemeindegrenze bis Hohenheide folgend, parallel zum Mühlgraben, vorbei an Leopoldshagen und bei der Gemeindegrenze zu Bugewitz/Mönkebude Anschluss an den Küstenstreifen des Kleinen Haffs

jeweils ein Streifen von 500 Meter landeinwärts ab der Uferlinie folgender Seen:

  • Gothensee nur die Wasserfläche
  • Thurbruch
  • Kachliner See ausgenommen der Ort Kachlin
  • Putzarer See in den Grenzen des NSG, ausgenommen die Ortschaft Putzar
  • Galenbecker See in den Grenzen des NSG Galenbecker See (Fieetgraben, L311) bis Höhe Heinrichswalde, ab Heinrichswalde 500 Meter Radius um den See bis zur Landkreisgrenze MSE
  • Lauenhagener See
  • Großer Koblentzer See und Kleiner See einschließlich der Ortschaft Koblentz

 

zur Homepage