Während sich viele Menschen auf die Weihnachtszeit freuen, fühlen sich andere noch viel einsamer und trauriger als s
Während sich viele Menschen auf die Weihnachtszeit freuen, fühlen sich andere noch viel einsamer und trauriger als sonst. Für sie gibt es nun ein Hilfsangebot. Christin Klose
Hilfe an den Feiertagen

Digitale Angebote bei Einsamkeit und Impf-Ängsten

Einige Menschen fühlen sich gerade zu Weihnachten sehr einsam. Andere können sich nicht für oder gegen eine Corona-Impfung entscheiden. Beiden Gruppen soll nun auch digital geholfen werden.
Greifswald

Für manche Menschen ist es – im Kreise ihrer Liebsten – die schönste Zeit im Jahr. Andere hingegen fühlen sich gerade während der Weihnachtsfeiertage und des Jahreswechsels noch viel einsamer als sonst. „Betroffene leiden an Feiertagen häufig intensiver, da subjektiv wahrgenommene Einsamkeit oder auch Konflikte als besonders belastend erlebt werden können“, erklärt Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier, Lehrstuhlinhaberin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Greifswald, und Leiterin der Initiative „Gemeinsam für psychische Gesundheit“. Und die Corona-Pandemie hätte diese Situation in den vergangenen Monaten noch weiter verschärft.

Initiative erst vor zwei Monaten gegründet

Deshalb hat die Initiative, die sich erst vor zwei Monaten in Greifswald gegründet hat, für diese psychisch belasteten und sich einsam fühlenden Menschen kurzfristig ein Hilfsangebot entwickelt und zwar in Form einer offenen digitalen Gruppensitzung. Dabei wird Betroffenen ein kostenfreies, anonymes, videobasiertes und teilweise geleitetes psychologisches Unterstützungs-Programm angeboten, welches sich als Hilfe zur Selbsthilfe versteht. Es enthält hilfreiche Strategien aus Psychotherapien sowie die Möglichkeiten zum Austausch und gegenseitiger Unterstützung.

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Die nächste Sitzung findet am 26. Dezember zum Thema „Allein und dennoch nicht einsam? Gemeinsam sich gegenseitig unterstützen“ statt. Am 28. Dezember heißt es „Über welche Ressourcen verfüge ich und wie kann ich diese (besser) nutzen?“. Am 2. Januar ist das Thema noch offen und kann sich an den Wünschen aus der Gruppe orientieren. Die Abschluss-Sitzung am 4. Januar dreht sich unter anderem um den Umgang mit Konflikten.

Gespräche finden via Zoom statt

Die Gespräche finden jeweils um 16 Uhr für etwa 60 Minuten via der Online-Videokonferenz Zoom statt. Es ist möglich, nur an einzelnen ausgewählten Terminen teilzunehmen. Zudem können sich Betroffene auch per Telefon in die Sitzungen einwählen. Interessierte schicken eine E-Mail an [email protected] Anschließend erhalten sie ein Informationsblatt über die technische Umsetzung und eine Einverständniserklärung. Erst wenn diese unterschrieben zurückgesendet wurde, was auch in digitaler Form möglich ist, erhalten die Teilnehmer die Zugangsdaten zur Zoom-Konferenz.

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Und die Initiative hat dieser Tage noch ein zweites Hilfsangebot auf die Beine gestellt: eine Beratung zur individuellen Impfentscheidung. Denn der Druck auf Ungeimpfte steigt immer weiter und für manche Menschen ist der Gedanke an eine Impfung mit großen Ängsten, Zweifeln und quälenden Fragen nach Nebenwirkungen oder der Sicherheit des neuartigen Impfstoffs verbunden. Auch für Menschen mit einer besonders ausgeprägten Angst vor Spritzen mag der Gedanke an eine Impfung eine große Belastung darstellen. Für all jene bietet der Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie eine ergebnisoffene Beratung an.

Angebot für Beratung zur Impfentscheidung

Sorgen können besprochen und persönliche Vor- und Nachteile einer Impfung abgewogen werden. Bei Bedarf, zum Beispiel zur Abklärung der Risiken bei bestimmten Vorerkrankungen, wird mit Kollegen der Universitätsmedizin kooperiert. Auch hier finden die Beratungsgespräche online über Zoom statt. Bei Interesse ist eine Anmeldung unter [email protected] möglich. Das Beratungsangebot soll so lange fortgeführt werden, wie die Nachfrage anhält.

Mehr Informationen unter www.psychologie.uni-greifswald.de/gemeinsam

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