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Dorf-Gefühl soll in Anklam wachsen

Von Claudia Müller Bei der Caritas gibt es jetzt einen Treffpunkt für Jung und Alt, der von Anette Broszat geleitet wird. Anklam. Als Anklamerin würde ...

Anette Broszat (l.) ist die neue Ehrenamtskoordinatorin bei der Caritas. Sie freut sich ebenso wie Caritas-Geschäftsstellenleiter Ulrich Höckner und die ehrenamtliche Helferin Valentina Patschin, dass der neue Nachbarschaftstreff gut angelaufen ist. [KT_CREDIT] FOTO: Claudia müller

Von Claudia Müller

Bei der Caritas gibt es jetzt einen Treffpunkt für Jung und Alt, der von Anette Broszat geleitet wird.

Anklam. Als Anklamerin würde sich Anette Broszat nicht bezeichnen. „Ich bin Gellendinerin – und da bin ich auch stolz drauf“, sagt die 58-Jährige. Denn der Ortsteil der Hansestadt ist ein Dorf, wo man gut zusammenlebt und man auf seine Nachbarn achtet, sagt sie. Und dieses gute Gefühl von Nachbarschaft und Gemeinschaft soll sich jetzt auch in Anklam ausbreiten: Anette Broszat arbeitet seit Kurzem in der Geschäftsstelle der Caritas als Ehrenamtskoordinatorin und engagiert sich dafür, in den Räumen an der Friedländer Straße 43 einen Nachbarschaftstreff aufzubauen. Sie hofft, dass viele Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft den Anlaufpunkt nutzen, um sich zu treffen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

 

Möglich sind Beratung, Info-Veranstaltungen, Anliegerversammlungen, Skatrunden, Basteln, Kochen oder Töpfern. Zudem gibt es Ideen für eine internationale Krabbelgruppe für Mütter mit Kleinkindern, denn Asylbewerber und Migranten gehören ja auch zur Anklamer Nachbarschaft. Anette Broszat wird diese Aktivitäten begleiten und ein Monatsprogramm mit Terminen erstellen. Aber: „Wir wollen den Leuten nichts vorsetzen, die Bürger sollen etwas für sich selbst machen“, betont Ulrich Höcker, Leiter der Caritas-Kreisgeschäftsstelle. Um Projekt und Stelle zu finanzieren, wird die Caritas vom Land und von der Herbert-Quandt-Stiftung unterstützt.

Anette Broszat hat eine betriebswirtschaftliche Ausbildung, ist aber schon seit Jahren im Bereich Bildung, Kultur, Soziales tätig. So hat sie das Aeronauticon als Erlebniszentrum des Lilienthal-Museums mit aufgebaut und im Wolgaster Familienzentrum Weiberwirtschaft gearbeitet. Dass für den Nachbarschaftstreff mit dem Namen „Wegwarte“ eine Pflanze Pate steht, freut Anette Broszat. Denn sie ist eine große Natur- Freundin, beobachtet gerne Vögel und mag „wilde“ Gärten. „Ich bin eine Kräuterhexe und eine sehr gute Marmeladenköchin“, lacht die Gellendinerin.

Mit dem Nachbarschaftstreff eng verknüpft ist das Freiwilligenzentrum der Caritas. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, können sich dort ebenso melden, wie Einrichtungen oder Vereine, die ehrenamtliche Hilfe benötigen. So wird auf ehrenamtlicher Basis in den Räumen der Caritas Nachhilfe von Schülern für Schüler angeboten. Insofern hoffen Anette Broszat und ihre Mitstreiter, dass der Nachbarschaftstreff auch von jungen Leuten genutzt wird. Platz ist vorhanden: Abgesehen von dem gemütlichen „Wegwarte“-Raum und einer Küche gibt es im Gartenhaus auch noch einen Saal.

Geöffnet sind Nachbarschaftstreff und Freiwilligenzentrum montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie montags und donnerstags von 12.30 bis 15 Uhr, dienstags von 12.30 bis 16 Uhr und mittwochs von 12.30 bis 18 Uhr. Am kommenden Dienstag, 23. April, wird der Treff ab 10 Uhr mit einem EröffnungsFrühstück eingeweiht.