Konfirmation

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Dorfkirche bis auf letzten Platz besetzt

27 Konfirmanden feiern in Alt Teterin goldenes und diamantenes Fest – Erinnerungen ausgetauscht.

Die Dorfkirche in Alt Teterin konnte am Sonntag kaum alle Gottesdienstteilnehmer fassen. Unter ihnen 27 Frauen und Männer, die vor 50 oder 60 Jahren zu Beginn ihrer Erwerbstätigkeit an dieser Stelle feierlich in die Gemeinde der erwachsenen Christen aufgenommen worden waren. Nach Beendigung eines langen Arbeitslebens und als Rentenempfänger, feierten sie mit der Christengemeinde nun ihre Goldene und in zwei Fällen sogar ihre Diamantene Konfirmation.„In den vergangenen Jahren ist viel geschehen. Kosmonauten besuchten das All, eine Mauer wurde erbaut und abgerissen. Vor diesem Hintergrund hatte jeder ein ganz persönliches Leben unter der Führung von Jesus Christus. Ich freue mich, dass sein Weg wieder in unsere Kirche zurückgeführt hat“, meinte Pastor David Wiechoczek. Sinn mache es, sich in der letzten Lebensphase zu fragen, was noch in Ordnung gebracht werden müsse.Der überwiegende Teil der Jubilare hat nach der Einsegnung seinen Wohnsitz in der Region behalten.

Nur wenige zogen weg. So zum Beispiel der heute 74 Jahre alte Rudolf Bohse, der 1946 in den Raum Kassel übersiedelte. Einst arbeitete der diamantene Jubilar als Kellner im Anklamer Bahnhofshotel von Hugo Arndt. Auch seine Schwägerin Margarethe Bohse, heute 73 Jahre alt, feierte den diamantenen Jahrestag, blieb jedoch nach der Einsegnung in Neuenkirchen und arbeitete im dortigen Gemeindebüro. „Wir gingen schon zusammen zur Schule, saßen auf den Bänken hintereinander und besuchten auch gemeinsam den Konfirmandenunterricht“, erinnerten sie sich. Nach dem Gottesdienst und dem Abendmahl setzten sich die Frauen und Männer mit den anderen an eine gemeinsame Kaffeetafel im Grünen, feierten Wiedersehen und tauschten Erinnerungen aus. Jürgen Meyer, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in Alt Teterin und goldener Jubilar, hatte noch genau das Bild von jenem Tag vor Augen, als er vor 50 Jahren eingesegnet wurde: „Da standen nicht wie heute soviele Autos vor der Kirche, auch keine Kutschen, sondern Pferdefuhrwerke und Ackerwagen, mit denen die Familien ihre Konfirmanden gebracht hatten.“ Er wusste noch, dass er damals ein sehr seltenes Geschenk erhalten hatte: Ein Fahrrad, aus vielen „besorgten“ Teilen zusammengebaut.