Noch sind die AWG-Mieter vor hohen Gaspreisen geschützt.
Noch sind die AWG-Mieter vor hohen Gaspreisen geschützt. Karl-Josef Hildenbrand
AWG-Chef Falko Jonas will seinen Genossenschaftsmitgliedern auch in unruhigen Zeiten beim Thema Wohnen Sicherheit bieten. Alle
AWG-Chef Falko Jonas will seinen Genossenschaftsmitgliedern auch in unruhigen Zeiten beim Thema Wohnen Sicherheit bieten. Allerdings gibt es auch Probleme, die selbst ihm Sorgen bereiten. Anne-Marie Maaß
Wohnen in Anklam

Drastischer Anstieg bei Nebenkosten befürchtet

Auch wenn die Anklamer Wohnungsgenossenschaft noch vertraglich mit einem guten Gaspreis versorgt ist, wachsen nicht nur bei den Mietern die Sorgen.
Anklam

Ob bei Hausbesitzern oder Mietern – die Sorgen um steigende Energie- und Nebenkosten sind wohl derzeit in Vorpommern allgegenwärtig. Das wurde auch bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Anklamer Wohnungsgenossenschaft deutlich. Durchaus emotional zeigte sich dort der eine oder andere Metier angesichts steigender Kosten, so Vorstandsvorsitzender Falko Jonas. Ein Problem, das derzeit kaum abgemildert werden kann.

Wobei die Anklamer Genossenschaftsmieter aktuell bei den Energie- und Heizkosten noch in einer ganz guten Position seien. 2012 wurden viele Wohnungen auf neue Gasthermen umgestellt. Damals sei dies ein wirtschaftlich vernünftiger Schritt gewesen, so Jonas. Der sich bis heute auswirkt: Aktuell laufen noch langfristige Verträge mit einem Gaspreis von rund 5 Cent. Die Preisbindung sei zudem auch noch bis einschließlich nächstes Jahr festgeschrieben.

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Die Angst vor dem Gasnotstand

„Auf dem heutigen Markt würden wir wohl um gut zehn Cent höher liegen, schätzt der AWG-Chef ein. Aktuell seien die Mieter seines Unternehmens vor derart hohen Preisen also noch geschützt – je nachdem, wie sich die politische Lage weiter entwickelt. „Wird der Gasnotstand ausgerufen, können natürlich auch wir nichts machen”, sagt Jonas. Derzeit sei man im engen Austausch mit der Energie Vorpommern als Versorger. „Wir haben einen guten Draht und sie stehen uns mit Rat und Tat zur Seite”, lobt er.

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Langfristig sei das Thema Energieversorgung aber auch bei der AWG nicht vom Tisch. Um 2030 die vorgeschriebenen Klimaziele einhalten zu können, sind neue Lösungen gefragt. Auch die Stadtwärme in Anklam sei da bei einem entsprechenden Preis ein Thema, ergänzt Jonas.

Nebenkosten von drei Euro pro Quadratmeter erwartet

Doch während dies noch Zukunftsentscheidungen sind, sind es die Nebenkosten, die ihn schon jetzt umtreiben. Auch diese steigen immer weiter und das auch noch durch unterschiedlichste Ursachen. Bei einer Fachtagung sei bereits von Kosten von vier Euro pro Quadratmeter gesprochen worden, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Das wäre das doppelte vom bisherigen Ausgangspunkt der AWG. Mit einer deutlichen Steigerung müsse man in Zukunft auch in Anklam umgehen. „Kosten von über drei Euro sind zu erwarten. Das beutet aber vor allem bei vergleichsweise niedrigen Mieten, dass die Nebenkosten künftig fast auf dem Niveau der Kaltmiete liegen werden”, stellt Falko Jonas klar.

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