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Bürgermeister kämpft gegen Auflagen

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Droht der Stolper Fähre das Aus?

Der Motor defekt, zahllose Nachrüstungsforderungen – das Drama um die Stolper Fähre scheint kein Ende zu nehmen. Auch wenn die Gemeinde nun einen ordentlichen Nachschlag für das kleine Gefährt genehmigt hat, ist offen, ob es überhaupt noch mal weiter geht oder nach 15 Jahren Schluss ist.  
Der Motor defekt, zahllose Nachrüstungsforderungen – das Drama um die Stolper Fähre scheint kein Ende zu nehmen. Auch wenn die Gemeinde nun einen ordentlichen Nachschlag für das kleine Gefährt genehmigt hat, ist offen, ob es überhaupt noch mal weiter geht oder nach 15 Jahren Schluss ist.
Veronika Müller

Seit 15 Jahren chauffiert die Stolper Fähre Einheimische, Touristen und Urlauber auf die andere Seite der Peene. Doch es scheint, als sei es damit bald vorbei. Zwar hat die Gemeinde einen Zuschuss bewilligt, doch es gibt neue Auflagen.

Nach 15 Jahren droht der Stolper Fähre das Aus. Den Anfang vom Ende machte der TÜV mit einer langen Mängelliste. Die ist inzwischen zwar abgearbeitet, doch dann streikte der Motor. Auch das Problem wurde gelöst: Die Gemeinde half mit einer 10.000 Euro schweren Finanzspritze. Das Geld würde außerdem reichen, um die jüngsten vom Wasser- und Schifffahrtsamt aufgemachten Prüf-Forderungen für die Betriebsgenehmigung der Fähre zu erfüllen. „Ich bin wirklich froh, dass die Abgeordneten einhellig für die Aufnahme der Summe in den Haushalt gestimmt haben“, sagt Bürgermeister Marcel Falk.

Jetzt macht auch noch die Wasserschutzpolizei Forderungen auf

Doch damit ist die Kuh noch lange nicht vom Eis. Erstens muss die Gemeinde nun auf die Kommunalaufsicht hoffen, die für die Genehmigung des Haushalts zuständig ist, und zweitens ist ein neuer „Forderungsbrief“ auf den Tisch des Bürgermeisters geflattert – von der Wasserschutzpolizei. Darin heißt es, dass der Fährmann einen Fährführerschein haben muss. Außerdem müsse die Fähre mit einer Sprechfunkanlage für den „Verkehrskreis Schiff-Schiff sowie für den Empfang nautischer Informationen“ ausgerüstet sein.

„Das ist doch zum Verrücktwerden. 15 Jahre lang hat das niemanden interessiert. Mit wem soll der Fährmann denn Sprechfunkverkehr betreiben? Die Fähre fährt nicht bei Nebel und nicht im Dunkeln, außerdem wird durch große Schilder auf die Fähre hingewiesen“, so Bürgermeister Falk.

Falk ist mit seinem Latein fast am Ende: „Wir betreiben ein kleines Boot, das lediglich höchstens zehn Personen 40 Meter über die Peene schippert – mehr nicht. Warum wird uns das so schwer gemacht?“ Dennoch: Der Bürgermeister will nicht aufgeben und hofft nun auf ein Gespräch mit den zuständigen Behörden. „So lange bleiben wir dran. Ob es klappt? Ich weiß es nicht.“