Historisches Niedrigwasser
Droht ein Fischsterben in der Peene?

Fast am gesamten Verlauf der Peene war ein ungewöhnliches Niedrigwasser zu beobachten.
Fast am gesamten Verlauf der Peene war ein ungewöhnliches Niedrigwasser zu beobachten.
Anne-Marie Maaß

Fast am gesamten Verlauf der Peene stand das Wasser am Wochenende besonders niedrig. In Anklam wurde sogar die Tiefmarke vom März 2004 unterschritten.

Fast am gesamten Verlauf der Peene, von Demmin bis nach Karnin, war am vergangenen Wochenende ein ungewöhnliches Niedrigwasser zu beobachten. In Anklam wurde sogar die Tiefmarke vom März 2004, als 4,65 Meter als niedrigster Wert gemessen wurde, unterschritten. Bei der Messung am Samstag verzeichnete die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes auf ihrem Gewässerkundlichen Informationssystem einen Pegelstand von 4,44 Meter.

In Jarmen und Demmin sank der Pegel auf 4,51 und 4,85 Meter. In allen drei Städten gilt als durchschnittlicher Normalwert ein Tiefgang von 5,17 Meter. Die stärksten Schwankungen wurden an der Peenemündung bei Karnin verzeichnet. Hier stand am vergangenen Samstag gegen 1 Uhr nachts das Wasser laut der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sogar 80 Zentimeter niedriger als normal.

„Dieses Niedrigwasser lässt sich auf starke Winde zurückführen, die Wasser aus dem Greifswalder Bodden drücken. Entsprechend wird das Wasser aus den Flüssen nachgezogen, was zu einem Niedrigwasser führt,“ erklärt der freiberufliche Naturführer Günther Hoffmann. Er war am Samstag am Westtorfkanal im Anklamer Stadtbruch unterwegs und konnte das historische Niedrigwasser dokumentieren.

Fischsterben im Anklamer Stadtbruch

Er war es auch, der dort das vermehrte Fischsterben dokumentierte. Zahlreiche Barsche, alle nicht größer als vier Zentimeter, erlangen als Folge der Wasserbedingungen. „Aus dem Grund lösen sich Faulgase und der Sauerstoffwert im Wasser sinkt. Dadurch kommt es zu dem vermehrten Fischsterben. Das ist tragisch, passiert aber bis zu zwei oder drei Mal im Jahr,“ erklärt Hoffmann.

Auch der Kreis beobachtet das Geschehene kritisch. Wie der Sprecher des Kreises, Achim Froitzheim erklärt, ist die Wasserschutzbehörde informiert, kann bei diesen Naturereignissen jedoch schwerlich einschreiten: „Es gab keinerlei nachweisbare hydrologischen Probleme, um die sich die Behörde kümmern kann“, so Froitzheim. Zum Montag hatte sich der Wasserstand wieder beruhigt. Am Montag hatte sich der Wasserstand wieder weitestgehend normalisiert und war auf rund 4,80 Meter.