THEATER ANKLAM

▶️Effi Briest feiert Premiere

„Effi Briest“ ist vielleicht der bekannteste Roman von Theodor Fontane. Uneingeschränkt geliebt wird er nicht. Nun kommt er auf die vorpommerschen Theater-Bühnen.
Die selbstbewusste Konzertsängerin Marietta Trippelli (links) macht auf der Durchreise Station in Kessin. Fotos: Matthias
Die selbstbewusste Konzertsängerin Marietta Trippelli (links) macht auf der Durchreise Station in Kessin. Matthias Diekhoff
Major Crampas hat nicht nur Abwechslung zu bieten. Effi Briest zumindest ist schwer von ihm angetan.
Major Crampas hat nicht nur Abwechslung zu bieten. Effi Briest zumindest ist schwer von ihm angetan. Matthias Diekhoff
Baron von Innstetten vernachlässigt Effi zu Gunsten seiner Karriere. Foto: Matthias Diekhoff
Baron von Innstetten vernachlässigt Effi zu Gunsten seiner Karriere. Matthias Diekhoff
Anklam.

Das Jahr 2019 ist Fontane-Jahr. Am 30. Dezember würde der große Dichter 200 Jahre alt werden. Höchste Zeit also auch für die Vorpommersche Landesbühne, sich in die Schar der Gratulanten einzureihen: Am Sonnabend feiert „Effi Briest“ nach dem gleichnamigen Roman in der „Barther Bodden Bühne“ Premiere. Dass die Wahl gerade auf dieses Stück fiel, liegt nahe. Schließlich hat der fiktive Ort Kessin, der im Roman eine zentrale Rolle spielt, viel mit Swinemünde gemeinsam. Dort hat Theodor Fontane fünf Jahre seiner Kindheit verbracht und als hoch betagter Mann dem Ostseebad mit seinem vielleicht bekanntesten Werk ein literarisches Denkmal gesetzt.

Als Roman sorgt „Effi Briest“ allerdings für geteilte Meinungen. Die einen halten ihn für eher langweilig, andere wiederum lieben ihn. Das weiß auch Regisseur Marco Bahr, der gefordert war, eine eigene Variante zu finden, um die Geschichte auf die Bühne zu bringen. Die beginnt damit, dass die junge Effi an den mehr als doppelt so alten Baron von Innstetten verheiratet wird. Der zieht mit ihr in die pommersche Provinz nach Kessin und vernachlässigt sie zugunsten seiner Karriere. Effi langweilt sich zusehends, bis die Begegnung mit Major Crampas ein wenig Abwechslung und Abenteuer verspricht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine kurze Romanze – mit dramatischen Konsequenzen. Baron von Innstetten entdeckt Jahre später die Liebesbriefe des Majors. Da er nicht in der Lage ist, das längst Vergangene zu verzeihen, fordert er Crampas zum Duell und erschießt ihn. Zudem lässt er sich von Effi scheiden, die von nun an gesellschaftlich geächtet ist.

 

Neuer Intendant konnte Regie noch nicht übernehmen

Gespielt wird der Klassiker quasi von einem Großteil der ersten Riege der Vorpommerschen Landesbühne und Eleven des vierten Studienjahres der Theaterakademie. Ursprünglich wollte Martin Schneider die Regie übernehmen, seine neuen Aufgaben als Intendant hätten jedoch so viel Zeit in Anspruch genommen, dass er ihn gebeten hätte, die Inszenierung zu übernehmen, erzählt Marco Bahr. Der ist übrigens kein Unbekannter an der Vorpommerschen Landesbühne. Vor einem guten Jahr erst hat er dort bei „Der Geizige“ Regie geführt.

Geboren wurde Marco Bahr 1966 in Neustrelitz, hat an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin studiert, war am Schillertheater in Berlin, in Weimar, Cottbus, Rostock und schließlich in Greifwald/Stralsund und Neubrandenburg/Neustrelitz engagiert. Seit 2017 ist er Regisseur der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek.

 

Vorstellungen:

Premiere ist am 16. November um 19.30 Uhr in der Barther Bodden Bühne.
Weitere Vorstellungen finden unter anderem am 19. November und am 7. Dezember in der Zinnowitzer Blechbüchse statt.

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