Bundesweit verstreute Freunde, die einst Anklamer Schüler waren, traten wieder zum Wettkampf an. In der Disziplin Hindern
Bundesweit verstreute Freunde, die einst Anklamer Schüler waren, traten wieder zum Wettkampf an. In der Disziplin Hindernisparcours mussten die elf Teilnehmer auch den Sprecherturm im Anklamer Stadion erklimmen. Stefan Justa
Trotz aller Anstrengungen blickt Mitorganisator Stephan Wegner rundum zufrieden auf die 17. Specialympics zurück.
Trotz aller Anstrengungen blickt Mitorganisator Stephan Wegner rundum zufrieden auf die 17. Specialympics zurück. Stefan Justa
Specialympics

Ehemalige Schulfreunde mit magischem Sport-Wettkampf

Sich lediglich bei Klassentreffen zu sehen, reicht ihnen nicht. Die ehemaligen Schüler aus Anklam haben deshalb vor Jahren die Specialympics ins Leben gerufen.
Anklam

Spannend, nervenaufreibend und dazu auch äußerst unterhaltsam: Wo Specialympics draufsteht, steckt auch nach der dreijährigen coronabedingten Wettkampf-Pause etwas ganz Besonderes drin. Unter dem Motto „We are back“ haben sich mittlerweile bundesweit verstreute Freunde, die einst in Anklam die Schulbank drückten, am vergangenen Wochenende zum herrlich verrückten Kräftemessen in der Peenestadt getroffen. Dabei konnte sich Mathias Fiedler nach elf packenden Disziplinen als Sieger feiern lassen. Er ließ seine zehn Kontrahenten unter anderem beim Seilspringen, Sackhüpfen und Slingshot-Hockey alt aussehen.

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Extra aus anderen Bundesländern angereist

„Es war schon ein besonderer Moment, als die 17. Auflage am Freitagabend gestartet wurde, da wir durch die Corona-Pause und die damit einhergehenden Einschränkungen und Veränderungen in dieser Runde seit drei Jahren nicht mehr zusammenkommen konnten“, blickt Mitorganisator Stephan Wegner zurück. Ziemlich schnell wurde klar, dass sich trotz der längeren Auszeit nichts verändert hat: „Witze, Frotzeleien, aber auch tiefgründige Gespräche haben sich bereits nach kurzer Zeit eingestellt und sollten uns die ganzen zwei Tage begleiten. Die Magie unserer Specialympics hat überlebt“, freut sich der dreimalige Sieger der besonderen „Olympiade".

Und er betont: „Natürlich ging es auch darum, um im Wettstreit gegeneinander anzutreten. Das Hauptaugenmerk lag aber ganz klar darauf, unsere Freundschaft zu zelebrieren.“ Dafür scheuten die Teilnehmer, die unter anderem aus Sachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen anreisten, keine Mühen.

Viel Sport, Wissen und Spaß

Los ging der traditionelle Wettkampf in der Turnhalle des Anklamer Lilienthal-Gymnasiums. „Von der Schule wurde uns die Halle zum wiederholten Male zur Verfügung gestellt. Dafür wollen wir uns ausdrücklich bei Schulleiter Mathias Ruta bedanken. Gleiches gilt auch für die Verantwortlichen des VFC, die es uns ermöglicht haben, dass wir das Stadion nutzen konnten“, betont Stephan Wegner.

Die Disziplinen der 17. Specialympics-Ausgabe hatten für die Starter Herausforderungen aus den Bereichen Sport, Wissen und Spaß parat. Gestartet wurde mit einem Quiz, bei dem 60 Städte zu Bundesländern zugeordnet werden mussten. Kai Wienholz startete am besten und gewann souverän. Es ging direkt weiter mit einem Völkerball-Turnier in Zweierteams weiter. Dabei setzten sich Maik Muschack und Norman Fiedler durch.

Weiter ging es am frühen Samstagmorgen im Anklamer Stadion mit einem 400-Meter-Lauf. Hier ging es allerdings nicht um die Schnelligkeit, sondern um das möglichst genaue Erreichen einer Zielzeit. Gunnar Passow verfehlte seine vorgegebene Marke dabei nur um fünf Sekunden. Damit war ihm der Sieg nicht zu nehmen. Anschließend hatten die Teilnehmer einen Hindernisparcours zu bewältigen, an dessen Ende das Erklimmen des Sprecherturms im Stadion per Leiter stand. „Das war ein wahres Spektakel, an dessen Ende sich Mathias Fiedler souverän durchsetzen konnte. Er war anschließend auch in den Disziplinen Seilspringen, Sackhüpfen und Slingshot-Hockey nicht zu schlagen. „Mathias hat am zweiten Tag beeindruckende Leistungen abgeliefert. Er stand schon vor dem letzten Wettbewerb als Gesamtsieger fest“, lobt Stephan Wegner den neuen Specialympics-König.

Beim Kopfstand setzte sich derweil Gunnar Passow durch, der satte dreieinhalb Minuten in der Position des Kopfstandes verweilte. Er setzte sich außerdem beim „Geldzählen“ von mit Kleingeld gefüllten Bechern durch und läutete mit damit einen spannenden Endspurt ein.

„Wir werden wiederkommen”

In den letzten beiden Spielen zum spannenden Kampf um die Plätze zwei und drei. Maik Muschack, der die schlechteste Ausgangslage hatte, bewies dabei einmal mehr, welchen Fokus und Ehrgeiz er in engen Momenten entwickeln kann – wofür ja auch seine bisherigen sechs Gesamtsiege sprechen. Er gewann die letzten beiden Disziplinen „Bleistifte schnappen“ und Tetris in eindrucksvoller Manier und sicherte sich am Ende einen geteilten zweiten Platz mit Gunnar Passow. Youngster Norman Fiedler blieb nur der undankbare vierte Platz, im Teamwettbewerb sicherte er sich aber zusammen mit Maik Muschack den ersten Rang.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Wettkämpfe und der gebührenden Ehrung der Sieger wurde im Stadion bei Musik und bester Stimmung bis tief in die Nacht eine weitere erfolgreiche Ausgabe der Specialympics gefeiert. „We are back – und wir werden wiederkommen“, stellt Stephan Wegner klar. Die nächste Ausgabe wird Anfang September 2023 wieder in Anklam ausgetragen.

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