PEITSCHEN UND FESSELN

Fetisch-Shop aus Anklam liefert lustvolles Zubehör in alle Welt

In einem ganz unauffälligen Haus in der Breiten Straße betritt man die Geschäftszentrale eines Onlineshops, der von hier aus mit Equipment für den ganz besonderen sexuellen Kick handelt.
In ihrer Manufaktur kann Martina Wedau ihre außergewöhnlichen Waren herstellen. Sie vertreibt im Internet unter anderem Peitschen, Rohrstöcke und erotisches Spielzeug.
In ihrer Manufaktur kann Martina Wedau ihre außergewöhnlichen Waren herstellen. Sie vertreibt im Internet unter anderem Peitschen, Rohrstöcke und erotisches Spielzeug. Mareike Klinkenberg
Anklam.

Wer Martina Wedau auf der Straße trifft, würde niemals denken, dass sich die kleine, brünette Frau beruflich mit Handschellen, Peitschen, Fesseln und speziellem Fetisch-Zubehör beschäftigt. Gemeinsam mit ihrem Mann verschickt sie nicht nur das Zubehör aus ihrem Internetshop an Menschen, die in Sachen Sex gern eine härtere Gangart einschlagen, sie entwirft und produziert auch einige ihrer Waren selbst. Die Rohrstöcke oder auch die Gummipeitschen entstehen beispielsweise in der kleinen Werkstatt im Erdgeschoss des Hauses.

Paar hatte früher einen Fetisch-Laden in Berlin

Verschiedene Spielzeuge aus chirurgischem Edelstahl werden nach ihren Vorgaben in Pakistan gefertigt und andere Zulieferer der Wedaus sitzen wiederum in China. Neben der Werkstatt befindet sich das Büro. Von hier aus führt die ehemalige Verwaltungsangestellte beim Berliner Senat die Geschäfte ihres kleinen internationalen Handelsunternehmens. Hier gehen auch die Bestellungen aus ganz Deutschland oder auch von weiter weg ein. Ebenfalls hier, an Ort und Stelle, wird fast täglich verpackt, adressiert und verschickt. Über ihren eigenen Onlineshop, aber auch über große Portale wie Amazon und Etsy, erreicht Martina Wedau Kunden auf der ganzen Welt.

Doch wie kommt man darauf einen Onlineshop für SM-Sex und eher ausgefallene, erotische Spielarten aufzubauen? „Aus privatem Interesse“, gibt Martina Wedau unumwunden zu. Sie redet nicht um den heißen Brei und es ist ihr auch keineswegs peinlich zu erzählen, dass sie und ihr Mann selbst viele Jahre lang in Berlin in der Fetisch-Szene unterwegs waren, sich dort sogar kennengelernt haben.

Mutter von zwei erwachsenen Kindern

Irgendwann hätten sie angefangen selbst Sachen zu basteln und kurze Zeit später hat das geschäftstüchtige Paar auch schon seinen ersten Fetisch-Laden in der Hauptstadt eröffnet. Der Erfolg hielt sich zunächst in Grenzen, aber man sei dann in das Geschäft hineingewachsen, das sich dann immer mehr auch ins Internet verlagerte. Umso besser, denn für ihren Onlinehandel war der Umzug nach Anklam vor etwa drei Jahren überhaupt kein Problem. Hier wollten sie beruflich eigentlich etwas kürzertreten und die Ostsee vor der Haustür genießen, doch die beiden sind nach wie vor sehr in ihrer Firma eingespannt.

Aus der Sicht von Martina Wedau läuft das Geschäft gleichbleibend gut. Die Kunden seien seit Beginn der Corona-Krise nicht mehr draußen in der Szene unterwegs und auch Dominas, die sonst gute Kundinnen sind, mussten ja ihre Dienste einstellen. Dafür verlagern sich die Aktivitäten der SM- und Fetischfans in den privaten Bereich. Grundsätzlich hätte die ganze Branche in den letzten Jahren einen Riesensprung gemacht und auch viel vom Schmuddel-Image verloren, erzählt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Man hätte natürlich von einschlägigen Büchern und Filmen, wie beispielsweise „Fifty Shades of Grey“ profitiert. Die Menschen sind außerdem offener und der ganze SM-Bereich irgendwie salonfähiger geworden, so Wedau. Gemeinsam mit ihrem Mann sind sie und auch ihr außergewöhnliches Geschäft gut in Vorpommern angekommen. Sie haben bereits einige Freundschaften geknüpft und wenn sie nicht gerade Peitschen oder Rohrstöcke bauen, sind sie auch sportlich aktiv im Schwimmverein, beim Tischtennis oder auch im Fitnessstudio.

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Den Online-Shop von Martina Wedau findet man im Internet unter www.peitschenbaer.de

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