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Ein Seitensprung bringt Anklam zum Lachen

Schrecksekunde im Schlafzimmer: So hatten sich Johanna Tröger (Uta Zotner) und Walter Pfaumann (Wolfgang Stifft) ihre Schäferstündchen allerdings nicht vorgestellt. [KT_CREDIT] FOTOs: Veronika Müller

VonVeronika MüllerEs wird heiß, es wird aufregend, es wird überraschend und eswird sexy: Die neue Boulevard-Komödie des Kleinen Lachtheaters wird ihrem ...

VonVeronika Müller

Es wird heiß, es wird aufregend, es wird überraschend und es
wird sexy: Die neue Boulevard-Komödie des Kleinen Lachtheaters wird ihrem Namen „Seitensprung gewollt“ mehr als gerecht. Bereits vor der Premiere laufen die Akkus der Laienschauspieler auf Hochtouren.

Anklam.Ein letzter Blick in den Spiegel – alles schick? Na klar! Dirk Zotner ist die Ruhe in Person, zumindest äußerlich. Der Chef des Kleinen Lachtheaters feilt bis zur letzten Sekunde vor der Premiere an den Auftritten seiner „Kollegen“, an den Texten und am Outfit. Kaum ein Hänger oder Stellungsfehler auf der Bühne entgeht seinen wachsamen Augen.
Doch eigentlich gibt es nichts zu kritteln an den Laien, die heute Abend bereits die neunte Inszenierung „abliefern“. Die Texte sitzen – kleine Hänger durchaus erlaubt, schließlich haben alle einen Job, der sie tagsüber fordert. Die Kostüme könnten kaum schicker und passender sein und die Frisuren sind ebenfalls gerichtet. Und so nimmt die Generalprobe ihren Lauf. Hier und da gibt es Korrekturen, der Klingelton des Telefons ist zu laut, der Türgong zu penetrant. Kleinigkeiten.
Die Zuschauer jedenfalls werden heute Abend ihren Spaß haben an der Boulevardkomödie, in der es überaus turbulent zugeht. Dabei ist das Verlegerehepaar Frank und Johanna Tröger (Uta und Dirk Zotner) eine stinknormales Gespann, das mit seinen Leben glücklich und zufrieden ist. Doch dann passieren Dinge, die selbst die Herrschaften in ihrer wohlgeordneten Welt völlig aus dem Konzept bringen. Das Chaos nimmt seinen Lauf. Am Ende weiß eigentlich keiner mehr, wer warum mit wem und ob. Gibt es ein Happy end? Natürlich, so wie es sich für ein gutes Stück gehört.
Auch dafür steht Dirk Zotner, der wie bei den acht vorherigen Inszenierungen auch diese spritzige und pointenreiche Komödie seiner Truppe wieder direkt auf den Leib geschrieben hat. „Hoffentlich funktioniert das alles so, wie wir uns das vorgestellt haben?“ Zotner schaut zweifelnd in den noch leeren Theatersaal. Publikum wäre jetzt schön. So als Barometer, ob die Pointen wirklich sitzen und die Lacher wie erhofft kommen. Doch noch ist alles ruhig da unten. Niemand lacht, niemand klatscht Beifall – wie auch? Es ist ja niemand da. Erst bei der Premiere heute Abend werden die „Lachtheater“-Damen und -Herren wissen, ob sie den Nerv getroffen haben.