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Ein Wappen, sie alle zu einen

Drei Varianten stehen für das Wappen des Landkreis Vorpommern-Greifswald zur Verfügung.
Drei Varianten stehen für das Wappen des Landkreis Vorpommern-Greifswald zur Verfügung.
Landkreis

Ein „Wir-Gefühl“ gibt es im neuen Kreis Vorpommern-Greifswald nach dem Empfinden der meisten Kreis-Bürger noch nicht. Ob das neue Kreiswappen da Abhilfe schaffen kann, ist fraglich, aber immerhin: Exakt zwei Jahre nach der Reform liegen jetzt endlich die ersten Entwürfe vor.

Zwar muss ein Wappen heutzutage nicht mehr verpflichtend geführt werden – aber irgendwie gehört es auf Siegeln und zu anderen amtlichen Anlässen eben doch dazu. Und so liegen jetzt drei Entwürfe für ein Landkreis-Wappen vor, von denen der Kreistag am kommenden Montag eines auswählen soll.

Die drei Entwürfe enthalten alle den pommerschen Greif, jenes traditionelle Wappentier unserer Region. Das Fabelwesen, halb Adler, halb Löwe, ist zwar unter ästhetischen Gesichtspunkten nur mäßig anmutend – aber alternativlos als Wahrzeichen im Wappen.

Die drei Wappen sind vorerst allerdings nur Provisorien: „Die Zeichnungen sind lediglich Arbeitsentwürfe, die die Beschreibungen der von mir vorgeschlagenen Wappen illustrieren“, sagt Wappen-Experte Ralf Gunnar Werlich. Der Historiker aus Greifswald fügt hinzu: „Sollte eines der Wappen die Zustimmung des Kreistages finden, müsste es von einem heraldisch ausgewiesenen Grafiker abschließend gestaltet werden.“

In zwei der drei Entwürfe kommt der Greif gleich doppelt vor: Bedingt ist das durch die beiden mittelalterlichen Herzogtümer Pommern-Wolgast und Pommern-Stettin, deren Territorien zum größten Teil den heutigen Landkreis ausmachen. Während der Wolgaster Greif schwarz auf goldgelbem Untergrund ist, ist sein Stettiner „Bruder“ rot auf silber-weißem Untergrund. Beide Tiere fanden auch schon in den Wappen der Vorgänger-Landkreise Uecker-Randow und Ostvorpommern Verwendung.

Weil aber ein kleiner Teil des ehemaligen Uecker-Randow seine historischen Wurzeln in der Markgrafschaft Brandenburg hat, gibt es in einem der Entwürfe mit den zwei Greifen noch ein kleineres drittes Feld, in dem ein brandenburgischer Adler zu sehen ist. Auf diese „Extrawurst“ dringt Norbert Raulin (SPD), Bürgermeister von Strasburg, das einst brandenburgisch war. Werlich wiegelt ab: „Es ist eine politische Entscheidung, ob man diesen flächenmäßig sehr kleinen Teil des Landkreises im Wappen berücksichtigt.“

Kommentare (1)

..:) ich vermisse in den Entwürfen die Pommernfarben >Blau-Weiß