Günther Jikeli (rechts) und seine Mitstreiter von den Usedomer Eisenbahnfreunden machen sich Sorgen, was die Reaktivierun
Günther Jikeli (rechts) und seine Mitstreiter von den Usedomer Eisenbahnfreunden machen sich Sorgen, was die Reaktivierung der Südanbindung der Insel Usedom per Bahn betrifft. Diese könnte über die alte Karniner Trasse (im Hintergrund) führen. ZVG
So stellen sich die Usedomer Eisenbahnfreunde die neue Bahnstrecke auf den südlichen Teil der Insel Usedom und nach Swine
So stellen sich die Usedomer Eisenbahnfreunde die neue Bahnstrecke auf den südlichen Teil der Insel Usedom und nach Swinemünde vor. NK-Grafik
Neue Zugtrasse

Eisenbahnfreunde sehen großes Problem auf der Insel Usedom

Seit einem guten Jahr läuft die Vorplanung der Deutschen Bahn für eine Reaktivierung der Bahnstrecke zur Insel Usedom. Nur fehlt da nicht auf polnischer Seite etwas?
Vorpommern

Nachdem die Zeichen zuletzt gar nicht mal so schlecht für die Reaktivierung der Bahnstrecke von Ducherow über Karnin nach Swinemünde standen, gibt es nun offbar ein schwerwiegendes Problem, das das ganze Projekt zum kippen bringen könnte. Zumindest ist man bei den Usedomer Eisenbahnfreunden in „großer Sorge”, berichtet Günther Jikeli. Denn wie sich nun herausgestellt habe, wurde bisher auf der polnischen Seite der Grenze noch keine entsprechende Trasse in Aussicht gestellt, auf der ein neuer Streckenabschnitt gebaut werden könnte. Die ursprüngliche Trasse kommt dafür nicht infrage, da sie mittlerweile überbaut wurde.

Alternativstrecke nach Heringsdorf?

Die Vorplanung der Deutschen Bahn, für die das Land 2,8 Millionen Euro bezahlt und mit der ermittelt werden soll, was eine Reaktivierung der Strecke kosten würde und welchen Nutzen sie brächte, laufen bereits seit einem guten Jahr und sollen voraussichtlich Ende März abgeschlossen sein. Berücksichtigt wird darin auch eine Alternativstrecke, die ausschließlich auf deutschem Boden verläuft an bei Heringsdorf an die Usedomer Bäderbahn angeschlossen werden könnte.

Aus Sicht von Günther Jikeli wäre das aber die schlechtere Variante, weil es vor dem Bau zumindest eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Planfeststellungsverfahren bräuchte, worüber gut zehn Jahre ins Land gehen könnten. Und wer wüsste schon, ob dann die die benötigten Mittel noch zur Verfügung stünden, fürchtet der Vorsitzende der Usedomer Eisenbahnfreunde.

Größte Stadt auf Usedom

Zudem würden die Fördertöpfe der Europäischen Union in weite Ferne rücken, wenn das polnische Swinemünde nicht angeschlossen würde. Was ein nicht zu unterschätzender Faktor sei. Schließlich werde auch der Tunnel unter der Swine zu 85 Prozent mit EU-Mitteln gefördert. Die Quote könnte sich Günther Jikeli auch für die Südanbindung der Insel Usedom per Bahn vorstellen.

Zudem sei es kaum vorstellbar, bei so einem Projekt die mit rund 40.000 Einwohnern größte Stadt auf der Insel Usedom nicht zu berücksichtigen. Damit das gelingen kann, seien nun aber schnelles Handeln und erfolgreiche Verhandlungen mit der polnischen Seite notwendig. Wobei vermutlich auch Warschau ein Wörtchen mitzureden hat. Schließlich verläuft ein Stück der möglichen Trasse auf der polnischen Seite durch Gebiete, die dem Staat gehören.

So stellen sich die Usedomer Eisenbahnfreunde die neue Bahnstrecke auf den südlichen Teil der Insel Usedom und nach Swine

Ein Bestandteil der geplanten Wiederbelebung der Strecke ist es nach wie vor, die Stadt Anklam mit einem Abzweig besser anzubinden und so auch einen Rundkurs zu ermöglichen, der von Anklam über Wolgast und Swinemünde wieder nach Anklam führt.

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