Vineta auf Usedom

Emma ist die jüngste Schauspielschülerin in Zinnowitz

Als kleines Kind stand sie auf der Vineta-Bühne und ihr war sofort klar: Dorthin möchte sie irgendwann als Schauspielerin zurückkehren.
Emma Albrecht will Schauspielerin werden, seit sie denken kann: „Das hat mir immer Spaß gemacht, andere zu unterhalten und in verschiedene Rollen zu schlüpfen.“ Nun ist die Wolgasterin ihrem großen Traum ein Stück näher gekommen. Sie wurde an der Theaterakademie Vorpommern angenommen.
Emma Albrecht will Schauspielerin werden, seit sie denken kann: „Das hat mir immer Spaß gemacht, andere zu unterhalten und in verschiedene Rollen zu schlüpfen.“ Nun ist die Wolgasterin ihrem großen Traum ein Stück näher gekommen. Sie wurde an der Theaterakademie Vorpommern angenommen. Pauline Albrecht
Zinnowitz

Es ist ihr absoluter Traumberuf. Schon als Kind reifte bei Emma Albrecht aus Wolgast der Entschluss, dass sie Schauspielerin werden möchte. Nun ist sie diesem Wunsch einen großen Schritt nähergekommen, denn sie ist eine von elf neuen Eleven, die vor einigen Wochen ihre vierjährige duale Ausbildung an der Theaterakademie Vorpommern in Zinnowitz begonnen haben. Mit gerade mal 18 Jahren ist sie die Jüngste in ihrem Jahrgang.

Ihre erste Bewerbung hat sofort geklappt

In Wolgast geboren und aufgewachsen, hat sie in diesem Jahr am Runge-Gymnasium ihr Abitur gemacht, mit den Leistungsfächern Deutsch und Kunst. Im Anschluss daran hätte sie einen vermeintlich sicheren Berufsweg einschlagen und zum Beispiel mit einem Lehramtsstudium beginnen können, wie so manch anderer Klassenkamerad. „Aber das wollte ich auf gar keinen Fall“, sagt sie sehr entschieden. Sie wollte es unbedingt an eine Schauspielschule schaffen. Einen Plan B hatte sie nie. Obwohl zum Beispiel die Corona-Pandemie sie durchaus zum Grübeln gebracht hat, da auch die Kulturszene durch die Lockdowns hart getroffen wurde. „Aber für mich stand auch immer fest, dass mit den Lockerungen die Leute in die Theater zurückkehren werden.“

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Dass sie dann aber direkt mit ihrer ersten Bewerbung Erfolg hatte und das auch noch an ihrer von Anfang an favorisierten Schule, erstaunt sie noch immer. „Ich wollte es zuerst in Zinnowitz versuchen, weil es mein Kindheitstraum war, hier aufzutreten.“ Hätte es in Zinnowitz nicht geklappt, wäre sie zwar traurig gewesen, gibt sie zu, hätte sich aber fleißig weiter beworben. So standen auch Städte wie Berlin, Leipzig oder Hamburg auf ihrem Zettel. „Es ist total verrückt, dass ich hier sofort angenommen wurde“, ist sie noch immer erstaunt. „Bei manchen dauert es ein paar Jahre, bis es endlich klappt und ich dachte, das kommt auch auf mich zu. Ich hatte schon alles rausgesucht und meine Bewerbungsvideos abgedreht. Ich hätte dann alle staatlichen Schulen abgeklappert und nebenbei gejobbt, bis es irgendwann geklappt hätte.“

An der Entstehung ihres Kindheitstraumes war ihre Oma maßgeblich beteiligt. „Es ist mittlerweile eine Tradition, dass sie in jedem Sommer mit uns zu einer der Vineta-Aufführungen geht. Beim ersten Mal war ich erst vier oder fünf Jahre alt und es war meine erste Theatererfahrung überhaupt“, erinnert sich die 18-Jährige. Als sie dann mit sechs Jahren, bei ihrer Einschulung, auch das erste Mal selbst auf der großen Vineta-Bühne stand, um zusammen mit anderen Kindern aus der Region ihre Zuckertüte in Empfang zu nehmen, war es vollends um sie geschehen. „Das war für mich so ein Wow-Moment und ich dachte, da möchtest du später auch mal beruflich stehen.“

Zinnowitzer Bühne ist sehr familiär

Ausschlaggebend für eine Bewerbung in Zinnowitz sei im Übrigen nicht die Nähe zu ihrer Heimatstadt gewesen, sondern vielmehr war sie von den Menschen an der Akademie und Landesbühne fasziniert. „Es war von Anfang an sehr familiär. Man hat sich direkt wohlgefühlt und konnte ganz man selber sein. Das ist für mich wichtig, da ich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch bin. Und ich hatte immer das Gefühl, ich würde hier ganz gut reinpassen.“ Es sei zwar auch schön noch in der Heimat bleiben zu können, aber viele ihrer Freunde hätte es mittlerweile in alle Himmelsrichtungen verschlagen.

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Den schnellen Erfolg bei der Studienplatzsuche weiß sie noch mehr zu schätzen, seit sie weiß, wie viel mehr Bühnenerfahrung die anderen aus ihrem Jahrgang bereits haben. Nur bis zur sechsten Klasse war sie in der Theater-AG ihrer Grundschule. Am Gymnasium fielen die Chor- und Theaterproben auf einen Tag. „Und da ich im Chor schon Freunde hatte, habe ich mich schließlich für das Singen entschieden.“ Später hat sie zusätzlich noch Gesangsunterricht genommen. Und das sei nicht die schlechteste Entscheidung gewesen. „All das hilft mir jetzt ungemein, da es beim Studium auch viel um die Stimme und den Gesang geht“, sagt Emma Albrecht. 2019, als 16-Jährige, hat sie dann doch noch einmal Theaterluft geschnuppert, als sie mit dem Jugendtanzensemble bei den Wolgaster Schlossinsel-Festspielen auftrat.

Dieses unbeschreibliche Glücksgefühl auf der Bühne zu stehen, hätte ihren Berufswunsch noch einmal verstärkt. Mittlerweile darf sie sich Schauspielstudentin nennen. Wie waren die ersten Wochen an der Akademie? „Super aufregend. Ich habe jeden Tag etwas Neues über mich, meinen Charakter oder auch meine Ängste gelernt. Man hinterfragt sich sehr viel“, berichtet sie und wirkt noch immer vollkommen zufrieden mit ihrer Entscheidung. „Bis jetzt mag ich alles gern, denn jedes Fach ist eine neue Herausforderung und man muss jeden Tag aufs Neue seine Komfortzone verlassen, was viel Spaß macht“, schwärmt sie.

Möchte alles mal gespielt haben

Wie es nach dem Studium für sie weitergehen soll, hält sie sich offen. Erst einmal möchte sie als Schauspielerin arbeiten, auf ganz vielen Bühnen oder auch vor Kameras stehen und Erfahrungen sammeln. Eine bestimmte Traumrolle hat sie im Übrigen nicht. „Vielmehr ist es mein Traum meine zukünftigen Rollen so variieren zu können, dass ich im Laufe der Jahre alles mal gespielt habe.“ Bei der Frage, mit welchen Schauspiel-Kollegen sie gern mal zusammenarbeiten würde, wird sie dagegen konkreter. „Da gibt es ein paar junge Schauspieler, die mich sehr faszinieren, zum Beispiel Lisa-Marie Koroll.

Aber auch Sabin Tambrea, der sowohl im Theater als auch im Film zu sehen ist“, nennt Emma Albrecht einige Namen. „Es gibt aber so viele tolle Darsteller, bei denen ich mich geehrt fühlen würde, neben ihnen spielen zu dürfen.“ Doch erst einmal gilt es für sie, die Grundlagen der Schauspielerei zu erlernen. Ihre erste kleine Bewährungsprobe vor Publikum hat sie wahrscheinlich im Sommer 2022 zu bestehen und zwar – wie sollte es anders sein – in einer Komparsenrolle bei den Vineta-Festspielen. Und ihre Familie, die ihre Pläne immer unterstützt hat, wird im Publikum sitzen und stolz zu ihr hinauf blicken.

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