Bei der Auftaktveranstaltung zum Thema Wasserstoff ging es unter anderem um die entsprechenden Potenziale in der Region. Foto:
Bei der Auftaktveranstaltung zum Thema Wasserstoff ging es unter anderem um die entsprechenden Potenziale in der Region. Foto: Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Wasserstoff

Energie-Krise als Chance für Vorpommern?

Wasserstoff als Ersatz für Öl und Gas? Bei seiner Erzeugung könnte Vorpommern künftig eine wichtige Schlüsselrolle übernehmen. Auch finanziell würde sich das für die Region auszahlen.
Anklam

„Wasserstoff ist das Öl von morgen”, erklärte Landrat Michael Sack (CDU) in seinem Grußwort zur Auftaktveranstaltung zum Thema „Wasserstoff” im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Gemeint ist damit, dass Wasserstoff als Energieträger früher oder später die Rolle fossiler Energieträger wie Erdgas, Erdöl und Kohle zumindest zu großen Teilen übernehmen könnte. Wünschenswert wäre natürlich, wenn dies früher geschieht, denn dann könnte die Region bei der künftigen Energieversorgung in Deutschland eine „Schlüsselrolle” übernehmen. Und ein nicht unwesentlicher Teil des Geldes, das damit verdient werden könnte, würde in Vorpommern bleiben, so der Landrat. Dafür allerdings müssten möglichst schnell entsprechende Ideen, Potenziale und Strukturen entwickelt werden.

Reichliche Wasser und "grüner" Strom

Bei der von der Förder- und Entwicklungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (FEG) organisierten Auftaktveranstaltung im Hotel „Anklamer Hof” konnten sich die Teilnehmer aus Wirtschaft und Lokalpolitik sowie Vertreter verschiedener Institutionen schon mal einen kleinen Überblick verschaffen, wie es derzeit um das Thema in Vorpommern bestellt ist.

So erklärte Professor Johannes Gulden von der Hochschule Stralsund, dass eigentlich alle Voraussetzungen da seien, um in die Produktion von Wasserstoff einzusteigen. Es gäbe reichlich Wasser und auch grünen Strom, um es mittels Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Zudem könnten die vorhandenen lokalen, regionalen und überregionalen Gasnetze und -leitungen mit einigen kleinen Anpassungen für den Transport von Wasserstoff genutzt werden. Was nun noch fehle, sei der politische Wille, diese ganzen Potenziale auch zu nutzen. Der Experte machte zudem darauf aufmerksam, dass Wasserstoff als Energieträger auch bei der Einsparung von CO₂ eine nicht unwesentliche Rolle spielen würde.

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Volker Höfs, Geschäftsführer der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH, forderte unterdessen dazu auf, bei der Suche nach Lösungen für die Bewältigung der anstehenden Energie-Probleme nicht zu werten, sondern zunächst alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Denn ein zurück – auch zu den alten Gaspreisen – werde es seiner Ansicht nach nicht geben. Zudem würden sich aus dem Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft auch Chancen für Unternehmen in Vorpommern ergeben. Zunächst als Produzenten und Abnehmer und später zum Beispiel auch durch den Aufbau und die Wartung der entsprechenden Infrastruktur.

In seinem Vortrag stellte Volker Höfs auch das Projekt „Gemeinsam für Vorpommern – Chancen der Wasserstoffwirtschaft nutzen“ vor, dass dazu dienen soll, interessierte Unternehmen zur Bündelung der regionalen Kräfte zusammenzubringen. In einem ersten Schritt sollen dabei alle Unternehmen in Vorpommern Unterstützung bei der Frage erhalten, wie ihr Energiebedarf durch Wasserstoff abgedeckt werden könnte.

Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Internetseite www.h2-vorpommern.de.

 

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