ANKLAMER SCHWIMMHALLE

Ernste Mienen zum großen Jubiläum

Seit 50 Jahren gibt es die Anklamer Schwimmhalle. Am Samstag sollte es deshalb eine Feier mit viel Spiel und Spaß geben, doch die Ungewissheit über die Zukunft der Halle senkte die Stimmung der Gäste und Veranstalter. Aber es wurde auch Mut gemacht.
Sophia Brandt Sophia Brandt
Der Verein erhielt die Kopie eines Fotobandes, welcher den Bau der Halle dokumentierte.
Der Verein erhielt die Kopie eines Fotobandes, welcher den Bau der Halle dokumentierte. Sophia Brandt
Zwar waren nur wenige Gäste im Wasser, doch das Fest war trotzdem gut besucht.
Zwar waren nur wenige Gäste im Wasser, doch das Fest war trotzdem gut besucht. Sophia Brandt
Christine Börrnert war das erste Mal seit 50 Jahren wieder in der Schwimmhalle.
Christine Börrnert war das erste Mal seit 50 Jahren wieder in der Schwimmhalle. Sophia Brandt
Rolf Köhler, Klaus Wils und Detlef Butzke sagten noch einige Worte zur Zukunft der Halle.
Rolf Köhler, Klaus Wils und Detlef Butzke sagten noch einige Worte zur Zukunft der Halle. Sophia Brandt
Anklam.

„Macht weiter, bis die neue Halle ihre Pforten öffnet“, sagte Rolf Köhler von den Peenerobben am Samstagabend beim Jubiläumsfest der Anklamer Schwimmhalle. Diese Nachricht ging an die vielen Schwimmer, die seit Januar im Rahmen der Feier 50 Kilometer in der Schwimmhalle geschwommen sind. Denn seit 50 Jahren steht die Schwimmhalle nun schon im Bluthsluster Park. Einige der Schwimmer haben sogar noch mehr Kilometer geschafft, allen voran Antje Klarmann mit 150 Kilometern. Für sie und viele weitere fleißige Sportler gab es auch ein paar Preise von der DLRG-Ortsgruppe Anklam und den Anklamer Peenerobben, die gemeinsam als „Swim & Rescue Team“ den Schwimmsport in der Halle am Leben erhalten.

Überlebt der Verein eine zeitweilige Schließung?

Doch gerade die Vereine sind angesichts der aktuellen Situation angespannt. „Der Verein ist in irgendeiner Form immer der Verlierer“, sagt Klaus Wils, der Vorsitzende des „Swim & Rescue Teams“. Sollte die Halle für eine Sanierung geschlossen werden, wüsste er nicht, ob der Verein danach noch bestehen würde. Bei einem Neubau sei jedoch die Finanzierung das Problem. Trotzdem geben die Sportler nicht auf und suchen weiterhin das Gespräch mit der Stadt und Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD).

Der stellvertretende Bürgermeister Detlef Butzke verdeutlichte den Standpunkt der Stadt zum Thema Schwimmhalle: „Die Stadt plädiert für einen Neubau und wir müssen die Landesregierung mit Argumenten überzeugen.“ Dabei könne jeder einzelne helfen.

Olympia-Teilnehmerin bei Eröffnung dabei

Vor allem den älteren Gästen liegt die Schwimmhalle sehr am Herzen, da sie mit ihr aufgewachsen sind. Einige waren aber auch seit 50 Jahren das erste Mal wieder in dem Gebäude. So zum Beispiel Christine Börrnert, die 1968 zur Einweihung dabei war und im selben Jahr bei Olympia mitgeschwommen ist. Sie wohnt jetzt in Wolgast und kann gar nicht verstehen, wie hier die Frage aufkommen kann, ob die Halle erhalten bleiben soll. „Es gibt hier so ein breit gefächertes Angebot“, sagt die 66-Jährige.

Die Sportlerin konnte sich außerdem in einem alten Buch wiederfinden, welches als Kopie am Samstag übergeben wurde. Darin war der Bau der Halle mit originalen Fotos festgehalten. Bei einer Auktion hat Christian Schröder (IfA) das Buch erstanden, welches nun im Stadtarchiv verwahrt werden soll.

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