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Erste Flüchtlinge im Gutshaus

Das Gutshaus in Woserow befindet sich im Besitz der Volkssolidarität, die auch die Betreuung der afghanischen Flüchtlingsfamilie übernimmt.
Das Gutshaus in Woserow befindet sich im Besitz der Volkssolidarität, die auch die Betreuung der afghanischen Flüchtlingsfamilie übernimmt.
NK-Archiv

Eine Familie aus Afghanistan ist am Dienstag in das Gutshaus in Woserow gezogen. Die Menschen wurden in der Gemeinde herzlich empfangen. Doch die Präsenz rechtsextremer Kräfte vor Ort ist erschreckend.

Vergangene Woche noch ruderte der Landkreis zurück, nun ist die erste Flüchtlingsfamilie ins Gutshaus Woserow in der Gemeinde Bargischow gezogen. Die Familie stammt aus Afghanistan und wird von der Volkssolidarität betreut, der auch das Haus gehört.

Betreuerin Ines Guderjahn zeigte sich am Dienstag erfreut über die Hilfsbereitschaft, die der Familie im Vorfeld ihres Einzugs entgegenkam. Vor der Tür des Gutshauses hätte sie eine Tasche mit Spielsachen und einer Puppe vorgefunden, außerdem hätten die Landfrauen aus Bargischow Bettwäsche und Handtücher für die neuen Nachbarn vorbeigebracht. Die Landfrauen sind ein gemeinnütziger Zusammenschluss von Frauen im ländlichen Raum. In Bargischow wird er durch die stellvertretende Bürgermeisterin Eva Dinse vertreten.

„Das sind ganz bescheidene und zurückhaltende Menschen, die sehr dankbar sind, hier zu sein“, sagte Guderjahn am Dienstag nach dem ersten Kennenlernen. Nun wolle sie die Beziehung zu der Familie behutsam wachsen lassen.

Unterbringung sorgte für Bedenken

Die Unterbringung hatte in der Verwaltung des Landkreises für Diskussionen gesorgt. Unter anderem wurde moniert, dass es in Woserow an der notwendigen Infrastruktur mangele. Bislang hatte der Landkreis Flüchtlinge nur in Orten untergebracht, in denen zumindest eine Kita, eine Arztpraxis und ein Supermarkt vorhanden sind.

Ein anderes Problem ist, dass die Gemeinde Bargischow als rechte Hochburg gilt. Die Gemeinde erregte bundesweit Aufmerksamkeit, als die rechtsextreme NPD bei der Landtagswahl 2006 einen Stimmenanteil von 31,6 Prozent erreichte.

Die dort aktive Kameradschaft gilt als überregional vernetzt. Bei einer Gemeindevertretersitzung in Bargischow vor zwei Wochen sollte über den Umzug von Flüchtlingen nach Woserow diskutiert werden. Vor dem Gebäude baute eine Gruppe von 40 Männern eine Drohkulisse auf. Es handelte sich dabei um Personen aus Anklam und Bargischow, darunter auch bekannte Mitglieder rechtsextremer Kameradschaften und deren Sympathisanten.