Große Sorge für Geflügelhalter in MV: Am Donnerstag wurde in und um Greifswald der Vogelgrippe-Erreger nachge
Große Sorge für Geflügelhalter in MV: Am Donnerstag wurde in und um Greifswald der Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen. Das Kreis-Veterinäramt schätzt die Gefahr eines Eintrages in Geflügelpopulationen derzeit als hoch ein. Bernd Wüstneck (Symbolbild)
Virus-Erreger H5N1

Erste Vogelgrippe-Fälle im Landkreis – noch keine Stall-Verordnung

Viele Monate mussten Geflügelhalter im vergangenen Winter ihre Tiere wegsperren – aus Angst vor der Vogelgrippe. Jetzt wurde das tödliche Virus für das Federvieh wieder nachgewiesen.
Anklam

Es ist eine Nachricht, die viele Geflügelhalter in der Region aufschrecken lässt: Wie am Donnerstag bekannt wurde, sind im Greifswalder Tierpark drei Störche verendet. Konkret konnte mittlerweile bei vier Störchen und einer Zwerggans dort das Vogelgrippe-Virus H5N1 durch das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems nachgewiesen werden. Es sind somit die ersten bekannten Fälle in diesem Herbst in MV.

Weitere Proben stehen noch aus, außerdem wurde das Virus auch bei einem verendeten Seeadler auf der Insel Koos nachgewiesen, heißt es aus dem Schweriner Landwirtschaftsministerium. Der Greifswalder Tierpark wurde vorerst aufgrund der Vogelgrippe geschlossen.

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Verdacht an Veterinäramt melden

Auch beim Veterinäramt des Landkreises Vorpommern-Greifswald ist man alarmiert. Weitere Tupferproben aus dem Greifswalder Tierpark wurden am Donnerstag entnommen und zur Untersuchung zum Landesuntersuchungsamt verbracht, heißt es.

Das Veterinäramt weist in diesem Zusammenhang alle Geflügelhalter im Landkreis darauf hin, wachsam zu sein und sich bei Verdacht auf Erkrankung im Geflügelbestand an das Veterinäramt zu wenden, da das Virus über Wildvögel in Tierhaltungen eingetragen werden. Die Gefahr eines Eintrages in Geflügelpopulationen werde derzeit als hoch eingeschätzt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung werde derzeit erarbeitet, dies sei jedoch eher eine Vorbereitung auf das jahreszeitliche Geschehen. Konkrete Aufstallgebote oder ähnliche Anordnungen wurden am Donnerstag vorerst nicht erlassen.

Backhaus: Erster Nachweis im Land

MV-Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus (SPD) sagte am Donnerstag: „Die Wissenschaftler des FLI hatten uns gewarnt, dass die Geflügelpest auf dem Vormarsch ist. Nun ist es soweit und wir haben den ersten Nachweis im Land. Ich bitte die Geflügelhalter, jetzt besonders achtsam zu sein und die Biosicherheitsmaßnahmen peinlich genau einzuhalten.”

Hierzu gehört laut Backhaus insbesondere, das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt über unklare Krankheits- oder Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben. Es muss unbedingt verhindert werden, dass das Virus in die Nutztierbestände eingetragen wird.

Außerdem rät der Landwirtschaftsminister Geflügelhaltern dazu, Bestände, die zur Weihnachts-Schlachtung vorgesehen sind, schon jetzt zu schlachten. So ließen sich mitunter auch finanzielle Einbußen abwenden.

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