ANWOHNERIN SCHLÄGT ALARM

Ertrunkene Tiere - wenn der Löschteich zur Todesfalle wird

Eigentlich ist ein Feuerlöschteich ein wichtiger Bestandteil bei der Brandbekämpfung. Unzureichend gesichert kann er allerdings schnell zur Gefahr werden.
Karsten Riemer Karsten Riemer
Sollte ein Kind in den Teich fallen, ist eine Flucht aus eigener Kraft kaum möglich. In der Vergangenheit gab es bereits Fälle, die tödlich endeten.
Sollte ein Kind in den Teich fallen, ist eine Flucht aus eigener Kraft kaum möglich. In der Vergangenheit gab es bereits Fälle, die tödlich endeten. Karsten Riemer
Sylvia Müller macht sich Sorgen. Für sie ist der Feuerlöschteich eine enorme Gefahrenquelle für Mensch und Tier.
Sylvia Müller macht sich Sorgen. Für sie ist der Feuerlöschteich eine enorme Gefahrenquelle für Mensch und Tier. Karsten Riemer
Gnevezin.

Füchse, Katzen und Hunde – schon einige Tiere haben im kleinen Dorf Gnevezin ihr Ende gefunden. Ertrunken im Feuerlöschteich, wie Sylvia Müller aus Bargischow berichtet. Auf einer nahen Wiese im Ort hat sie ihre Pferde untergebracht und kommt regelmäßig am Teich vorbei. „Im Sommer schwamm immer irgendwas darin“, sagt sie. Ein Umstand, den Sylvia Müller so nicht mehr hinnehmen will. Denn der Teich sei nicht nur für Tiere gefährlich. Auch Kinder könnten hier schlimme Unfälle haben.

Kinder in Gefahr?

Zwar ist der Feuerlöschteich mit einem Zaun abgesperrt, ein großes Hindernis für Tiere stellt der dünne Maschendraht allerdings nicht dar. Und auch Kinder und Jugendliche würde der Zaun nicht aufhalten, befürchtet die Bargischowerin. Durch die glatte Teichfolie ist es, einmal reingefallen, kaum möglich, aus eigener Kraft wieder an das sichere Ufer zu gelangen. Einzig an zwei gespannten Seilen ist es möglich, sich aus dem Wasser zu ziehen. „Ein Erwachsener kann das schaffen“, sagt Sylvia Müller, „ein Kind nicht!“

Dass Sicherheitsmängel an Feuerlöschteichen katastrophale Folgen haben können, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. 1995 musste sich der damalige Bürgermeister von Nerdin, Oswald Heidschmidt, für den Tod eines sechsjährigen Jungen vor Gericht verantworten. Ein Jahr zuvor hatte der Junge das Teichgelände über einen kaputten Zaun betreten. Beim Säubern eines Skateboards war er ins Wasser gefallen und ertrunken.

Wenig Handlungsspielraum

Bereits im vergangenen Jahr hatte Sylvia Müller den Bürgermeister der Gemeinde, André Stegemann, auf die Umstände in Gnevezin aufmerksam gemacht. Passiert sei seitdem nichts. „Nur ein Schloss wurde an die Zauntür gehängt“, erzählt Sylvia Müller.

Auch Kreissprecher Achim Froitzheim sieht die akkurate Sicherung des Teichs in der Zuständigkeit des Bürgermeisters. Sollten dort längerfristig Mängel auftauchen, würde sich der Kreis einschalten, damit die Sicherheit gewährleistet wird, erklärt er.

Bürgermeister Stegemann ist sich der Probleme am Löschteich bewusst. Auch über Lösungen, etwa Holzbohlen, an denen die Tiere Halt finden, wurde bereits gesprochen. „Wichtig ist aber in erster Linie, dass keine Kinder und Erwachsenen reinfallen können“, sagt er. Daher soll die Tür noch mal extra gesichert werden.

Für den Zaun an sich sieht Stegemann allerdings nur wenig Handlungsspielraum. „Einen neuen Zaun zu ziehen, sprengt den Rahmen des Haushalts“, so der Bürgermeister. Auch einen Mehrwert durch einen Neubau, zumindest, was den Schutz von Tieren angeht, gibt es laut Stegemann nicht. „Die Tiere finden immer einen Einschlupf“, sagt er. Dennoch will er das Thema erneut mit dem Gemeindearbeiter besprechen, um rasch eine Lösung zu finden.

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