Auszeichnung für TV-Serie

Erwin Bröderbauer ist Mr. Big

Erwin Bröderbauer, beliebter Schauspieler der Vorpommerschen Landesbühne, zeigt sein Können in einer TV-Serie, die jetzt in den USA ausgezeichnet wurde.
Normalerweise sollte Erwin Bröderbauer jetzt für die Rolle des Konsul Warin auf der Vineta-Bühne proben.
Normalerweise sollte Erwin Bröderbauer jetzt für die Rolle des Konsul Warin auf der Vineta-Bühne proben. Thomas Häntzschel
Anklam

Es gibt auch noch gute Nachrichten für die Schauspieler der Vorpommerschen Landesbühne – zumindest für Erwin Bröderbauer. Die Serie „The Finellis“ ist nämlich beim Film-Festival „Los Angeles Film Awards“ als „Beste Comedy“ ausgezeichnet worden. Und Erwin Bröderbauer spielt darin eine nicht unwesentliche Rolle. In der Serie von Mark Janicello und Joris Hermans geht es um Tony Finelli, der nach 15 Jahren aus dem Knast entlassen wird, wo er unschuldig gesessen hat. Er hat Frau und Kinder verloren, sein ganzes Geld, seinen guten Namen als Entertainer und nun versucht er, wie ein ungeschickter Phönix aus der Asche zu steigen. Er saß, weil die Mafia sonst seine Familie umgebracht hätte. Und die Mafia – das ist Mr. Big, Pate der Familie Gambaretto, gespielt von Erwin Bröderbauer, Schauspieler der Vorpommerschen Landesbühne, der normalerweise jetzt für die Rolle des Konsul Warin auf der Vineta-Bühne proben würde.

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Vor drei Jahren, erinnert sich Bröderbauer, gab es das Casting zur Serie. Dann gab es jede Menge E-Mails zur bevorstehenden Produktion und im Januar 2019 wurde endlich in Berlin in englischer Sprache mit einem internationalen Team gedreht. Hier lernte Bröderbauer auch den US-Amerikaner Mark Janicello, Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller der Serie, kennen. Ein Mann mit ansteckender Energie, der auch sein eigenes Leben in dieser Sitcom erzählt: Straßensänger, Opern- und Musicalsänger, Scientologe, Autor. Und alles im Glitzer und Glamour der Schwulenszene.

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In dem Gespräch in einer Dahlemer Villa wechselte Janicello ständig zwischen Deutsch und Englisch, erzählt Bröderbauer. Die Drehbücher gefielen Bröderbauer, sicher auch, weil er in fast allen Episoden besetzt ist. Allerdings sind nur zwei bislang gedreht worden. Janicello ist immer noch auf der Suche nach Fernsehstationen und Streaming-Diensten, die die „Finellis“ ausstrahlen. Dem jüngsten Preis in Los Angeles sind vier weitere in Berlin und New York vorausgegangen. Der Berliner Tagespiegel, der den Dreh seinerzeit in Berlin begleitete, sprach gar von einem eigenen Format, was Janicello entwickelt hat: „Traditionelle Sitcom trifft Animationen trifft Musical. Dabei möchte er der Welt Berlin zeigen, wie er es kennt: offen, tolerant und multikulti. Mit allen Subkulturen, deren Szenegrößen zehnmal cooler sein können als jeder Berlinale-Star.“

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