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Ex-Gerichtsdirektor von Anklam ist jetzt Oberstaatsanwalt

Anklams Ex-Gerichtsdirektor Sascha Ott.
Anklams Ex-Gerichtsdirektor Sascha Ott.
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Das ging ja fix: Kein halbes Jahr nach der Gerichtsreform ist Anklams früherer Amtsgerichtsdirektor Sascha Ott befördert worden. Er wird Vize-Chef der Staatsanwaltschaft in Stralsund.

Sascha Ott war von 2010 bis 2014 Direktor des Anklamer Amtsgerichts und damit im vorigen Jahr auch für die Auflösung des Gerichts zuständig, das im Oktober 2014 im Zuge der umstrittenen Gerichtsreform geschlossen und auf die Gerichte in Pasewalk und Greifswald aufgeteilt wurde. Ott war nach der Reform zunächst als „einfacher“ Amtsrichter in Greifswald tätig gewesen. Nun trägt er seit Jahresbeginn den Titel Oberstaatsanwalt, wird sich aber zunächst einige Monate beim Generalstaatsanwalt in Rostock auf seine neue Tätigkeit in Stralsund vorbereiten. Dort soll er dann Stellvertreter des Leitenden Oberstaatsanwalts werden.

Mit Otts Beförderung war in Justizkreisen bereits gerechnet worden. Er galt als treuer Vasall des Justizministeriums bei der Umsetzung der umstrittenen Gerichtsreform, die auch in seinem eigenen Haus in Anklam kaum auf Gegenliebe stieß. Otts zumindest in der Öffentlichkeit weitestgehend klaglose Haltung gegenüber der Reform hatten ihm auch in der Anklamer Stadtpolitik viele übel genommen, unter anderem Anklams Bürgermeister Michael Galander.

Auch Ott selbst hatte mit der Beförderung offenbar schon länger gerechnet. Vor dem Hintergrund seiner
Herabstufung zum „einfachen“ Amtsrichter hatte er den Nordkurier bereits im August wissen lassen, er werde „perspektivisch auch weiterhin in der Justiz Führungsaufgaben wahrnehmen.“ Vor seiner Tätigkeit in Anklam war Ott unter anderem im Schweriner Justizministerium tätig gewesen.