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Flüchtlings-Betreuer massiv bedroht

Der Greifswalder Flüchtlingsbetreuer Ibrahim al Najjar war nicht nur Vorwürfen wegen seiner Arbeit ausgesetzt. Zudem gab es massive Bedrohungen gegen seine gesamte Familie.

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 Najjar stand nach den Vorwürfen gegen ihn stark unter Beschuss.
Archiv Ibrahim al
 Najjar stand nach den Vorwürfen gegen ihn stark unter Beschuss.

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 Najjar stand im vergangenen Oktober stark unter Beschuss. Von Seiten des Greifswalder Netzwerkes für Migration wurde dem in Greifswald lebenden Syrer vorgeworfen, private Vorteile aus der Arbeit mit den Asylbewerbern gezogen zu haben. Allerdings sind seine Kritiker bis heute Beweise schuldig geblieben, und der Landkreis hat an seinem ehrenamtlichen Integrationsberater in jedem Fall festgehalten. „Ibrahim al Najjar ist engagiert und verlässlich“, erklärt Kreis-Sozialamtsleiter Gerd Hamm. So ist der Syrer weiterhin auch in der Flüchtlingsbetreuung für den Kreis auf Honorarbasis tätig.

Gegen die Verleumdungen hat er Anzeige erstattet. Allerdings vorerst gegen „Unbekannt“. Zwar ist der Brief mit Vorwürfen offenbar von einer E-Mail-Adresse einer Mitarbeiterin der Caritas abgesandt worden, doch das müsse dann ja noch lange nicht bedeuten, dass die Mitarbeiterin den Brief persönlich abgesandt habe. „Das Verfahren steht noch ganz am Anfang“, erklärt al Najjars Rechtsanwalt Prof. Frank Hardtke.

Allerdings hatten die Vorwürfe für den Syrer und seine Familie unangenehme Nebenwirkungen. „Ich wurde per E-Mail und sogar körperlich bedroht“, erklärt Ibrahim al Najjar. Mit Aussagen wie „wir kriegen dich“ oder „halte doch deine Klappe“ sollte der Mann offensichtlich eingeschüchtert werden. Drei Mal wurde das Schloss der Eingangstür seiner Wohnung beschädigt. „Sogar die Fahrräder meiner Kinder wurden demontiert“, berichtet al Najjar. So erstattete der Syrer weitere Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Bedrohung. Dazu ermittelt auch der Staatsschutz. „Ich mache meine Arbeit weiter, aber ich habe auch Angst um meine Kinder“, sagt Ibrihim al Najjar.