Im Wohnheim in der Pasewalker Allee kommen die meisten Geflüchteten nach ihrer Ankunft unter. Doch nach einem kurzen Aufe
Im Wohnheim in der Pasewalker Allee kommen die meisten Geflüchteten nach ihrer Ankunft unter. Doch nach einem kurzen Aufenthalt würden bereits Wohnungen im Stadtgebiet bereitgestellt. Mareike Klinkenberg
Bernd Lange, Ordnungsamtschef der Hansestadt Anklam
Bernd Lange, Ordnungsamtschef der Hansestadt Anklam Anne-Marie Maaß
Mathias Ruta, Schulleiter am Anklamer Gymnasium
Mathias Ruta, Schulleiter am Anklamer Gymnasium Mareike Klinkenberg
Das ehemalige Lehrlingswohnheim an der Pasewalker Allee ist zum Glück nur eine Zwischenlösung, doch es bietet moment
Das ehemalige Lehrlingswohnheim an der Pasewalker Allee ist zum Glück nur eine Zwischenlösung, doch es bietet momentan noch ausreichend Kapazitäten. Mareike Klinkenberg
Krieg in der Ukraine

Flüchtlingshilfe in Anklam - Jetzt geht’s in die Schulen

Gut 120 Menschen aus der Ukraine halten sich schätzungsweise derzeit in Anklam auf. Wer hier bleiben will, erhält weitgehende Hilfe, etwa für den Unterricht der Kinder.
Anklam

So langsam schleiche sich eine gewisse Routine ein, wenn es um die Unterbringung und die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine geht, sagt Anklams Ordnungsamtschef Bernd Lange. Gut 120 Personen, schätzt er, wurden in der Peenestadt bislang aufgenommen, wobei sich die Zahl der registrierten Geflüchteten aktuell auf rund 75 beläuft.

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Das liege daran, dass sich Menschen aus der Ukraine derzeit auch noch als Touristen in Deutschland aufhalten können. Diese Möglichkeit nutzen vor allem viele, die noch nicht genau wissen, wie lange sie vor Ort bleiben wollen und zunächst meist von befreundeten Privatleuten, Firmen oder Kirchengemeinden aufgenommen wurden.

Pro Woche vier Wohnungen hergerichtet

Wer sich entschließt, länger in Anklam zu bleiben, schlage automatisch irgendwann beim Amt auf. Von der Registrierung würden immerhin auch Sozialleistungen, die unkomplizierte ärztliche Versorgung und auch Geldzahlungen abhängen, erklärt Lange. Bis dahin helfe die Stadt oft mit gesammelten Spendengeldern aus.

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Wer vor Ort bleiben will, kann zudem in Anklam aktuell auch noch vergleichsweise zügig auf die eigenen vier Wände hoffen. Neben der Erstaufnahme im ehemaligen Lehrlingswohnheim in der Pasewalker Allee werden pro Woche etwa vier Wohnungen hergerichtet, um die Familien langfristig unterzubringen.

Nach wie vor seien es hauptsächlich Frauen und Kinder, die nach Anklam kommen. Männer seien zumeist nur im Rentenalter in geringer Zahl dabei, so Bernd Lange.

Weitere Deutschlehrer gesucht

Dementsprechend beginnt nun für die gut 20 schulpflichtigen Kinder auch die Eingliederung in die städtischen Schulen – von der Grundschule bis zum Gymnasium. Zusätzlich will die Stadt aber auch den Erwachsenen Sprachkurse anbieten, um sie zumindest mit grundlegenden Deutschkenntnissen auszustatten.

Bislang gebe es an zwei Tagen pro Woche dieses Angebot. Mehr Lehrer seien aber durchaus noch gesucht, so Bernd Lange. Generell könne sich jeder, der sich zutraut, grundlegenden Deutschkenntnisse an Kinder und Erwachsenen zu vermitteln, gerne bei der Stadt melden.

Des Weiteren sind auch noch Sachspenden erwünscht. Gesucht werden dabei derzeit vorrangig verkehrstüchtige Fahrräder, Küchenausstattung vom Besteck bis zu Töpfen sowie Sitzgelegenheiten und Doppelstockbetten. Alle Angebote vom Sprachunterricht bis zu Sachspenden nimmt weiterhin gerne das Anklamer Ordnungsamt als Koordinierungsstelle entgegen unter 03971 835256.

Erster Schultag am Gymnasium

Ihren ersten Schultag am Anklamer Gymnasium erlebten am Donnerstag insgesamt vier aus der Ukraine geflohenen Schülerinnen und Schüler, berichtet Schulleiter Mathias Ruta. Sie würden die nächsten Tage erst einmal dazu nutzen, sich an der Schule zu orientieren und alles Organisatorische zur erledigen. Russisch sprechende Mitschüler und Russisch-Lehrer würden ihnen zur Seite stehen, um Fragen und Probleme zu klären.

Aber auch über die englische Sprache und mithilfe des Google-Übersetzers könne man ganz gut miteinander kommunizieren. Gemeinsam mit der Käthe Kollwitz-Schule, an der weitere ukrainische Schüler unterkommen sind und dem zuständigen Schulamt sei man auch im Austausch dazu, ob reine Ukraine-Klassen oder eine gesonderte Sprachförderung den Schulstart für die Kinder erleichtern würden, so Ruta.

Doch für diese Angebote gebe es noch Klärungsbedarf, unter anderem dazu, wie dabei auch die schulpflichtigen Kinder aus dem Umland miteinbezogen werden können.

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