KURIOSE INSEKTENBEKÄMPFUNG

Forscher-Legende Friedrich Loeffler und die Mückenplage

Dieses Jahr plagen Mücken die Menschen in MV besonders. Anders war es vor hundert Jahren: Friedrich Loeffler wandte eine Methode an, die heute glatt als Straftat gelten würde.
Friedrich Löffler
Friedrich Löffler Archiv
Greifswald ·

Auf Friedrich Loeffler sind die Menschen in Greifswald bis heute stolz: Der Bakteriologe und Schüler Robert Kochs wirkte in Greifswald als Tierseuchenforscher und gilt überdies als Mitendtecker der Viren. Das heute nach ihm benannte Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf dem Riems wurde von ihm gegründet. Überdies erwarb sich der Forscher aber auch Verdienste beim Bau der Greifswalder Kanalisation.

Weniger bekannt ist hingegen, wie Loeffler vor gut 100 Jahren in Greifswald gegen eine Mückenplage vorging. Ein vergleichbares Problem plagt die Menschen in der Region im Sommer 2017 wieder – aber das damalige Vorgehen wäre heute schlicht undenkbar.

Damals Lösung, heute Straftat

Im Greifswalder Tageblatt von 1904 ist nicht nur nachzulesen, dass schon damals dieselben Hausmittel empfohlen wurden wie heute: Mückenstiche seien am besten mit frisch abgeschnittenen Zwiebeln abzureiben, heißt es dort etwa. Auch Zigarrenasche helfe.

Berichtet wird in der Lokalzeitung aber auch, dass der damals schon berühmte Loeffler empfohlen habe, sämtliche Tümpel in der Region mit Petroleum zu überziehen, um die Brutgebiete der Stechinsekten einzuschränken. Loefflers Plan wurde laut der Zeitung in die Tat umgesetzt – finanziert von der Greifswalder Universität, mit dem Segen des königlichen Universitäts-Kurators.

Heute würde derartig rabiate Lösung eine schwere Straftat darstellen, denn die Verunreinigung von Gewässern ist in Deutschland kein Kavaliersdelikt.

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