POLIZEI ERMITTELT

Frau findet pikante Kundendaten im Müll

Der Inhaber einer Anklamer Firma soll zahlreiche Dokumente in einem öffentlichen Müllcontainer entsorgt haben. In Relzow wurden sensible Unterlagen mit Kundendaten gefunden. Die Polizei und der Landesdatenschutz ermitteln jetzt.
Dennis Bacher Dennis Bacher
In diesen Müllcontainern wurden unter anderem Bankdokumente sowie Kundendaten einer Firma aus Anklam entsorgt.
In diesen Müllcontainern wurden unter anderem Bankdokumente sowie Kundendaten einer Firma aus Anklam entsorgt. Dennis Bacher
Beamte der Wolgaster Polizei wurden in Relzow vorstellig und kassierten zahlreiche Dokumente ein.Fotos: Dennis Bacher
Beamte der Wolgaster Polizei wurden in Relzow vorstellig und kassierten zahlreiche Dokumente ein.Fotos: Dennis Bacher Dennis Bacher
Relzow.

Da machte sich jemand die Entsorgung seines Altpapiers zu einfach: Eine Anwohnerin im Ortsteil Relzow der Gemeinde Murchin entdeckte zahlreiche interne Unterlagen einer Anklamer Firma in einem Papiercontainer. Sensible Akten mit Kundendaten sollen sich obenauf im öffentlichen Behälter befunden haben. Die Polizei stellte Hunderte dieser Dokumente sicher.

Carola E. aus Relzow war gerade im Begriff, den eigenen Papiermüll in den frei zugänglichen Tonnen zu entsorgen. „Als ich den Deckel geöffnet habe, sind mir die Dokumente sofort aufgefallen, da sie ganz oben lagen“, schildert die Rentnerin den ungewöhnlichen Fund. Daraufhin habe sie ihren Ehemann hinzugeholt, der sofort die Polizei, den Landesdatenschutz sowie den Nordkurier informierte. Gemeinsam schafften die beiden einige Akten zu sich nach Hause.

Inhalt der weggeworfenen Unterlagen durchaus pikant

Nach der Benachrichtigung stellten die zuständigen Beamten aus dem Polizeirevier Wolgast sämtliche personenbezogenen Daten aus dem Altpapiercontainer sicher. „Die schnelle Beschlagnahme hatte höchste Priorität“, sagt Rolf Hellwig vom Landesdatenschutz. Denn der Inhalt sei durchaus pikant: Bei einer ersten Durchsicht seitens der Polizei seien neben Namen und Anschriften von Kunden des Unternehmens auch einige Sparkassen-Unterlagen mitsamt Bankdaten gefunden worden, heißt es.

Carola E., die mit ihrem Ehemann seit 1995 in Relzow wohnt, entdeckte bereits Namen und Adressen einiger Leute, die sie persönlich kennt, auf den Papieren, wie sie erzählt. Darunter sei auch ein bekannter Versicherungsvertreter aus Anklam. Anhand der Dokumente geht die Polizei derzeit davon aus, die Person zu kennen, die für die illegale Entsorgung verantwortlich ist. Dabei handle es sich sehr wahrscheinlich um den Inhaber einer Firma aus Anklam, der die meisten Papiere zuzuordnen sind.

Behörde prüft, ob Verfahren eingeleitet wird

Die beschlagnahmten Unterlagen werden nun an den Landesbeauftragten für Datenschutz übergeben. Die Behörde prüfe dann, ob ein Verfahren gegen den Inhaber wegen Ordnungswidrigkeit eingeleitet wird. „Derzeit sieht es ganz so aus, als würde es dazu kommen“, so Hellwig. Dies könne, je nach Umfang der Dokumente, aber einige Wochen in Anspruch nehmen. Hellwig zufolge müssen derartige Unterlagen so entsorgt werden, dass keinerlei Rückschlüsse auf den Inhalt möglich sind. „In der Regel werden Firmendokumente fachgerecht geschreddert.“ Dazu beauftragen Unternehmen meist professionelle Firmen. Ein einfacher Aktenvernichter vom Baumarkt würde zu große Papierteile übrig lassen, die mittels Software rekonstruiert werden können. Ehe man sensible Daten aber im Müll entsorgt, können sie laut Fachmann auch verbrannt werden.

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