Unglück in Polen

Führerhaus von Kran kracht mit Mann drin auf Schiff – tot

Bei Sturm und Regen entlud ein 22-Jähriger in Swinemünde ein Schiff. Er arbeitete in rund 20 Metern Höhe. Plötzlich geschah das Unfassbare.
Das Führerhaus (unten links) hatte sich vom Kran gelöst und war auf ein Schiff gestürzt.
Das Führerhaus (unten links) hatte sich vom Kran gelöst und war auf ein Schiff gestürzt. privat
Bis in den Freitagnachmittag hinein dauerte der Einsatz im Hafen von Swinemünde. Für den Kranführer kam jede Hi
Bis in den Freitagnachmittag hinein dauerte der Einsatz im Hafen von Swinemünde. Für den Kranführer kam jede Hilfe zu spät. privat
Im Hafen von Swinemünde kam ein 22-Jähriger ums Leben.
Im Hafen von Swinemünde kam ein 22-Jähriger ums Leben. Daniel SZYSZ
Swinemünde

Ein Kranführer ist im Hafen von Swinemünde tödlich verunglückt. Die Kabine, in der der junge Mann arbeitete, hatte sich in der Nacht zu Freitag aus ungeklärter Ursache gelöst und war rund 20 Meter in die Tiefe gestürzt. Noch am Unfallort verstarb der Mann, berichten polnische Medien.

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Gegen 22 Uhr sei das Unglück passiert. Zu diesem Zeitpunkt herrschten schlechte Wetterbedingungen mit Starkregen und stürmischen Böen. Nur wenige Minuten zuvor hatte das Seeverkehrsamt in Stettin eine Sturmwarnung herausgegeben. Das bedeutete, dass Menschen, Schiffe, Landanlagen und das Ufer vor den Auswirkungen des Sturms im Hafengebiet abgesichert werden mussten. Am Chemików-Kai in Swinemünde lag zu dieser Zeit das Schiff Green Genie. Es hatte Erz an Bord, welches entladen werden musste, berichten Augenzeugen.

Gerüchteküche brodelt

Der 22-jährige Kranführer habe einen der Hafenkräne bedient, als sich die Kabine plötzlich aus ihrer Verankerung riss und auf das Schiff stürzte. Die Rettungskräfte konnten nichts mehr für den Mann tun. Das Wetter erschwerte die Bergungsarbeiten. Bis Freitagnachmittag dauerte der Einsatz. Gegen 15 Uhr gab die Staatsanwaltschaft den Tod des jungen Mannes bekannt.

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In der polnischen Stadt kursiert das Gerücht, der Kran sei technisch nicht betriebsbereit gewesen und habe keine Zulassung. Zudem steht die Frage im Raum, ob die hohen Kräne bei solchen Wetterbedingungen überhaupt eingesetzt werden dürfen. Es kam dort schon öfter zu Unfällen. Vor knapp zehn Jahren löste sich eine 20-Tonnen-Ladung, die zusammen mit dem Greifer abbrach und in den Laderaum fiel. Zum Glück wurde damals niemand verletzt.

Unternehmen veröffentlichte Stellungnahme

Das Unternehmen, für das der verunglückte Kranführer arbeitete, war für den Nordkurier nicht erreichbar. Auf der Hafen-Website des Unternehmens wurde eine Stellungnahme veröffentlicht: „Wir bedauern, ihnen mitteilen zu müssen, dass sich im Hafenterminal der OT Port Świnoujście SA ein Unfall ereignet hat, an dem ein Mitarbeiter des Unternehmens beteiligt war.”

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Das Unternehmen haben eine Sonderkommission zur Untersuchung des Vorfalls gegründet. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln. Nähere Angaben gab es zunächst nicht. Der 22-Jährige war in Swinemünde zu Hause. Er hinterlässt eine Frau und ein kleines Kind.

 

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