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Fünf schiefe, dunkle Monate

Granatenschief seit Dezember: Schuld war ein Räumfahrzeug.

Wer nicht weiter weiß, redet übers Wetter. Und wenn man einen Schuldigen sucht, der sich nicht wehren kann, lässt sich leicht auf Nebel, Schnee und ...

Wer nicht weiter weiß, redet übers Wetter. Und wenn man einen Schuldigen sucht, der sich nicht wehren kann, lässt sich leicht auf Nebel, Schnee und Hagelschlag verweisen. Doch in diesem speziellen Fall hatte die Anklamer Stadtverwaltung sich keine unpopuläre Ausrede einfallen lassen, sondern das Wetter nun mal wirklich nicht auf ihrer Seite.
Und deshalb dauerte es eben mal fast fünf unglaubliche Monate, bis eine fast umgefahrene Laterne auf dem Anklamer Marktplatz an der Ecke Keilstraße/Burgstraße wieder Licht spenden konnte. Aber der Reihe nach: Das Drama begann vergangenen Dezember zur Zeit des Anklamer Adventsmarktes. Zwischen den Buden hat der Fahrer eines Räumfahrzeuges die Laterne wohl schlichtweg übersehen und statt der Schneemassen schob er dann auch mal kurz die bewusste Laterne ein wenig beiseite. Die Lichtquelle stand danach schief und versagte ihren Dienst. Keine Frage, ein unhaltbarer Zustand, den man im Rathaus am liebsten ganz schnell beseitigt hätte. Aber ganz so schnell schießen die Preußen dann doch nicht.
Schon bei der Beschaffung des neuen Laternenmastes hieß es, Geduld bewahren. „Da es eine Spezialanfertigung ist, brauchte die Firma zwölf Wochen dafür“, erklärt Manuela Kwasniak vom städtischen Bauamt. Und dann kam das Wetter ins Spiel: Auch die Hülse im Erdreich des Marktes, in der die Laterne verankert ist, hatte beim Unfall etwas abbekommen. Doch um sie fachmännisch auszutauschen, brauchte es stetig Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Ganz sicher war man sich damit wohl erst Ende April, und dann dauerte es auch gar nicht lange, bis der neue Laternenmast stand. Am gestrigen Montag kam es dann zur finalen Laternen-Installation: Eine Anklamer Elektrofirma schloss den Lichtspender wieder ans Netz an. 8000 Euro hat die ganze Sache gekostet, allerdings müssen sie nicht aus dem Stadtsäckel gezahlt werden. „Wir kennen ja den Verursacher“, sagt Manuela Kwasniak. Und der ist hoffentlich gut versichert.