Er ist der neue Geschäftsführer der GWA in Anklam: Jens Kiel.
Er ist der neue Geschäftsführer der GWA in Anklam: Jens Kiel. Anne-Marie Maaß
Neuer Geschäftsführer

Für den Chefposten wird dieser Mann zum Vorpommern

Hohe Baupreise, unsichere Zeiten für die Energieversorgung und dann noch viele neue Projekte vor der Brust – für Jens Kiel, den neuen Chef der GWA in Anklam, genau das Richtige.
Anklam

Seinen Traumjob, so sagt es Jens Kiel, habe er in Anklam gefunden. Das passt wohl auch für die Stadt ganz gut, immerhin ist der motivierte 55-Jährige seit gut drei Wochen Geschäftsführer des größten Vermieters in der Stadt, der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft Anklam (GWA), die zudem bekanntlich ein stadteigenes Unternehmen ist.

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Eher kurzfristig ist der Stelitzer zum beruflichen Aufstieg gekommen, nachdem sein Vorgänger auf eigenen Wunsch das Unternehmen verließ. Dennoch traue er sich die Verantwortung und den Job zu, versichert Kiel.

Das mag zwar manchen Anklamer durchaus überraschen, immerhin war er bislang nur als Energiemanager des Unternehmens bekannt. Doch der neue Chef kann mit Fachwissen in mehreren Bereichen aufwarten.

Keine Angst vor neuer Aufgabe

So hat er ein Hochbaustudium absolviert, gut neun Jahre lang im Immobilienbereich der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz gearbeitet und anschließend Stadtwerke und Kommunen als Energieexperte des Landes in der Entwicklung von Klimaschutzprojekten und bei der Anwerbung von europäischen Fördermitteln beraten, ehe er vor gut drei Jahren nach Anklam kam.

Fachlich habe er selbst deshalb wenig Angst vor dem neuen Job. „Hinzukommt, dass ich nicht neu in der Firma bin, sondern meine Kollegen kenne und weiß, dass wir sehr gute fachliche Experten in den einzelnen Bereichen haben. Das passt”, schätzt er es pragmatisch ein.

Energie-Strategie bleibt Chefsache

Seine bisherige Stelle als Leiter des Bereiches Energie ist derzeit ausgeschrieben. An die Umsetzung der Klimaschutzziele und den weiteren Ausbau und der Verbesserung der Energieversorgung will Kiel aber dennoch keine Luft lassen.

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Die strategische Konzeption bleibt Chefsache, macht er klar. Zumal das Thema Heiz- und Energiekosten ja derzeit sowieso eines der schwierigsten Spannungsfelder ist, in dem sich Mieter und Vermieter gleichermaßen bewegen.

Täglich sei das Thema Versorgungssicherheit auf dem Tisch, schildert es der neue GWA-Chef. Wobei die Anklamer in diesem Punkt durch die Stadtwärme noch vergleichsweise gut dastehen.

Nebenkosten werden auch in Anklam steigen

„Der übergroße Teil der Versorgung wird mit Biogas direkt vor den Stadttoren abgesichert. Lediglich um Leistungsspitzen etwa bei krassen Kälteeinbrüchen im Winter abzufangen, ist die Zunahme von Erdgas notwendig. Wir arbeiten da schon jetzt zu 68 Prozent CO2-neutral und energieeffizient. Können aber dennoch besser werden, das ist unser großes Ziel”, erklärt er.

Steigen werden die Nebenkosten aber auch in Anklam. „Wir sind natürlich nicht frei von den Märkten. Wir verhandeln derzeit hart, um die Steigerung so sozial-verträglich wie möglich zu halten”, sagt der Geschäftsführer. Genaue Zahlen und Preise gebe es noch nicht zu verkünden.

Umzug ist bereits geplant

Ähnlich sieht der Stand bei den weiteren GWA-Bauprojekten etwa im Hamburger Ring, an der neuen Bibliothek und am Parkhaus aus. Dort laufen aktuell noch die Gespräche zur Fördermittelakquise. Allesamt Projekte, die Jens Kiel mit seinem Team nun voranbringen will.

Er bleibt dabei – Anklam ist sein Traumjob. „Hier ist so viel in Bewegung. Die Stadt hat so viele Ideen und Potenziale – es ist toll, daran mitarbeiten zu können”, sagt er. So zieht es den Mecklenburger demnächst auch privat nach Vorpommern. Zwar nicht direkt nach Anklam, aber in die Nähe steht der Umzug bereits fest.

 

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