AGRARREFORM

Für die Bauern in Vorpommern geht der Kampf noch weiter

Die gewaltige Demonstration in Berlin ist für den Zinzower Landwirt Marco Gemballa ein wichtiges Thema. Auch seine Mitarbeiter waren in der Hauptstadt dabei.
Karsten Riemer Karsten Riemer
Hunderte Landwirte aus ganz Deutschland waren im November nach Berlin gekommen, um für mehr Mitsprache zu demonstrieren.
Hunderte Landwirte aus ganz Deutschland waren im November nach Berlin gekommen, um für mehr Mitsprache zu demonstrieren. Soeren Stache
Zinzow.

Die Landwirte der Region befinden sich seit Monaten im Überlebenskampf. Neben den schwierigen klimatischen Bedingungen in den vergangenen zwei Jahren ist auch der öffentliche Druck gewachsen. Politische Diskussionen zum Beispiel um Naturschutz werden oft an den Landwirten vorbei geführt. Grund genug, sich mit groß angelegten Protesten Gehör zu verschaffen.

„Wir werden so lange weiter kämpfen, um Verbesserungen im Sinne der Landwirte zu bekommen“, so der Chef der Zinzower Agrargesellschaft, Marco Gemballa. Ein Ansinnen, das Ende November tausende Bauern in Berlin teilten. Mit Traktoren und anderen Landmaschinen, waren sie in die Hauptstadt gereist, um ihrem Ärger über die Umwelt- und Agrarpolitik der Bundesregierung Luft zu machen.

Gemballa selbst hatte es jedoch nicht geschafft, an der Demonstration teilzunehmen. „Aber Mitarbeiter von mir waren dort“, sagt er. Bereits morgens um 2 Uhr hatten diese sich auf den Weg gemacht. „Die waren sehr beeindruckt von der Dimension und dem Zusammenhalt“, so der Landwirt.

Für „beetle banks”

Doch was erhoffen sich die Landwirte von derartigen Veranstaltungen? „Es geht darum, die rechtlichen Grundlagen sachlich und fachlich zu gestalten, damit es für die Landwirtschaft und die Natur passt“, erklärt Gemballa. Schließlich sei der Landwirt nicht per se gegen sämtliche Veränderungen. Aber es müsse dann auch praktikabel sein.

Als Beispiel führt Gemballa den Insektenschutz an. „Das Verbot von Pflanzenschutzmitteln ist nicht unbedingt geeignet, bessere Bedingungen für Insekten zu schaffen“, sagt er. Gezielte Maßnahmen für die Tiere hätten dabei mehr Erfolg. „Beispielsweise die sogenannten beetle banks“, so Gemballa. Dabei wird auf einer Ackerfläche ein ungefähr 30 Zentimeter hoher Damm gebaut. Anschließend wird darauf Gras angesät, links und rechts davon eine Blühmischung angelegt.

Inwieweit die Demonstration Früchte trägt, müsse sich allerdings erst noch zeigen. „Jetzt ist erst mal der große Tisch bei der Bundeskanzlerin, dann müssen wir gucken, wie die Regierung auf unsere Forderungen eingeht“, so Gemballa. Danach solle dann entschieden werden, wie der Kampf um die Landwirtschaft weitergeht. Ausgeschlossen sind weitere Ausfahrten in große Städte also nicht. „Wichtig ist, dass der Verbraucher auf unserer Seite ist“, sagt Gemballa. Aktionen, die das gefährden, will er vermeiden.

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