Konstantin Zirwick. Foto: Privat
Konstantin Zirwick ist der neue Chef vom Sportgericht beim Fußballverband Vorpommern-Greifswald. privat
Sportgericht

Gewalt auf Vorpommerns Sportplätzen landet vor diesem Richter

Der neue Vorsitzende des Sportgerichtes des Fußballverbandes Vorpommern-Greifswald, Konstantin Zirwick (30), will hart durchgreifen gegen die zunehmende Gewalt auf Sportplätzen.
Anklam

Viel Zeit zum Eingewöhnen blieb Konstantin Zirwick freilich nicht. „Es gab sofort einige schwierige Entscheidungen zu treffen“, sagt der Mann, der seit September des vergangenen Jahres das Sportgericht beim Fußballverband Vorpommern-Greifswald (FVVG) leitet. Kaum angefangen, sah sich Zirwick prompt mit einer bösartigen Tätlichkeit an einem Schiedsrichter in der Kreisliga konfrontiert. Zirwick griff rigoros durch, sanktionierte den prügelnden Täter mit 20 Pflichtspielen Sperre und zusätzlich einer Geldstrafe von 300 Euro. „Das ist ein hartes Urteil“, sagt Zirwick, „doch wir müssen die Männer, Frauen und Jugendlichen schützen, die an den Wochenenden ihre Freizeit opfern, damit der Spielbetrieb am Laufen gehalten wird.“

Chef weis um zunehmende Gewalt auf Sportplätzen

Wenn Konstantin Zirwick über den hiesigen Amateurfußball spricht, berichtet er auch von zunehmender Gewalt auf und am Rande der Sportplätze. „Auch Zuschauer verhalten sich immer wieder bedrohlich und beleidigend“, weiß der 30-Jährige. „Bei allem Verständnis dafür, dass man beim Fußball den Alltagsstress etwas abbauen will, kann man Gewalt und Fremdenfeindlichkeit auf keinen Fall tolerieren. Fairplay ist die Grundlage dafür, dass der Spaß am Sport erhalten bleibt“, findet Zirwick. Deshalb sollen derartige Vorkommnisse in Zukunft auch mit Spielabbrüchen geahndet werden. Obwohl erst 30 Jahre alt, fühlt sich Zirwick seiner neuen Aufgabe gewachsen. „Als angehender Jurist kann ich Beruf und Hobby gut miteinander verbinden“, sagt der Wahl-Greifswalder. Aufgewachsen ist Zirwick in St. Peter-Ording (Schleswig-Holstein), nach dem Abitur vor neun Jahren stellte er sich zwei Bedingungen. Erstens: ein Jura-Studium beginnen – und zweitens: im Norden Deutschlands bleiben.

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In Greifswald fand Konstantin Zirwick ideale Voraussetzungen und fühlt sich dort inzwischen mit Partnerin und Tochter heimisch. In der Boddenstadt schloss sich der 30-Jährige zunächst den Fußballern vom HFC Greifswald an, merkte aber nach einigen Testspielen schmerzlich, „dass ich die letzten zehn Jahre kaum gespielt habe“. Die Stiefel hing der begeisterte Kitesurfer zwar schnell an den Nagel, wollte dem Fußball aber dennoch erhalten bleiben und nahm das Angebot von Manfred Lübke (ehemals Vorsitzender des FVVG) zur Nachfolge des zurückgetretenen Sportgerichts-Chefs Karsten Naumann an. Für das Jahr 2022 wünscht sich der Funktionär ein schnelles Ende der Spiele unter Coronabedingungen. Gleichzeitig fordert er in Zeiten der Pandemie auch mehr Gespür seitens der Landesregierung für die Bedeutung des Amateurfußballs. Privat wünscht er sich Gesundheit für Familie und Freunde, sowie den erfolgreichen Abschluss des zweiten Staatsexamens zum Volljuristen. Weiterhin engagiert sich der junge Mann in der Kommunalpolitik (FDP). db

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