Stellvertretend für alle Frauen, die von Gewalt betroffen sind, wurde am Donnerstag in der Anklamer Marienkirche eine Ker
Stellvertretend für alle Frauen, die von Gewalt betroffen sind, wurde am Donnerstag in der Anklamer Marienkirche eine Kerze entzündet. Mareike Klinkenberg
Marienkirche

Gegen Gewalt – Anklamer entzünden ein Licht für jede Frau

Ein Zeichen setzen: In Anklams Marienkirche gab es nun eine Lichteraktion, die den Frauen gilt, die in ihrem Leben schon Gewalt erfahren mussten.
Anklam

29 Frauen mit 35 Kindern und Jugendlichen wurden im letzten Jahr im Frauenhaus in Greifswald aufgenommen. Mehr als die Hälfte davon kam laut Statistik aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. 110 Frauen suchten 2021 Hilfe in den Fachberatungsstellen gegen sexuelle Gewalt der Caritas in Vorpommern. Die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking in Anklam und Wolgast hat im laufenden Jahr bereits 384 Fälle gemeldet.

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Viele Fälle bleiben im Verborgenen

Mit diesen Zahlen eröffnete Anklams Gleichstellungsbeauftragte Evelin Steiner die Lichteraktion in der Anklamer Marienkirche, die am Donnerstag im Rahmen der Antigewaltwoche zum ersten Mal organisiert wurde. Die Zahlen würden jedoch nur die Frauen zeigen, die den Mut gehabt hätten, sich an helfenden Institutionen in ihrer Umgebung zu wenden, die tatsächlichen Schicksale beziffern sie nicht, sie blieben meist im Verborgenen.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald arbeiten demnach Gleichstellungsbeauftragte, Beratungsstellen und das Frauenhaus Greifswald in einem regionalen Netzwerk zusammen, das sich seit vielen Jahren bewährt hat, die Betroffenen betreut und regelmäßig auf häusliche und sexuelle Gewalt aufmerksam macht.

Mit der symbolstarken Lichteraktion, zu der stellvertretend für alle Frauen, die von Gewalt betroffen sind, eine Kerze von den Anwesenden in der Kirche entzündet wurde, wollten die Initiatoren ein Zeichen setzen und gemeinsam Flagge zeigen für die Rechte von Frauen und Mädchen. Auch Pastorin Petra Huse widmete die Worte ihrer Andacht den Frauen dieser Welt, ebenso wie Anklams stellvertretende Bürgermeisterin Beatrix Wittmann-Stifft.

Zeichen auch in Anklam setzen

Weltweit gehen immer mehr Frauen für ihre Rechte und gegen Gewalt auf die Straße und kämpfen öffentlich für ihre Rechte, so die Rednerinnen. Deshalb sei es besonders wichtig, auch hier in Anklam ein Zeichen zu setzen und mit diesen Lichtern allen Frauen, Mädchen und derer zu gedenken, die wegen ihres Geschlechts Gewalt erfahren müssen oder gar getötet wurden.

 

 

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