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Neue Studiengänge in Greifswald?

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Gegenwind für Ingenieurs-Debatte

In der Greifswalder Universität sind leistungsstarke Naturwissenschaften und die Medizin angesiedelt, die ebenfalls wirtschaftsnahe und technologierelevante Forschung betreiben.
In der Greifswalder Universität sind leistungsstarke Naturwissenschaften und die Medizin angesiedelt, die ebenfalls wirtschaftsnahe und technologierelevante Forschung betreiben.
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Ingenieursstudiengänge in Greifswald? Dieser Vorschlag aus dem vorpommerschen Unternehmerverband kommt in Teilen der Landespolitik gut an. Das Bildungsministerium blockt allerdings ab. Und auch in der Seenplatte gibt es Protest.

Der Vorschlag des Unternehmerverbands Vorpommern, an der Greifswalder Universität künftig auch Ingenieure auszubilden, traf zumindest in Vorpommern auf ein breites Echo.

Zuletzt befürwortete Franz-Robert Liskow, Landtagsabgeordneter aus Demmin und CDU-Kreisvorsitzender in Vorpommern-Greifswald, den Vorschlag. Er könne die Forderung nach einer ingenieurwissenschaftlichen Fakultät nur begrüßen. „In unserem Land mangelt es erkennbar an langfristigen, nachhaltigen Großprojekten. Die Einrichtung einer weiteren Fakultät an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität würde nicht nur den Wissenschaftsstandort Greifswald perfekt ergänzen, sie würde eindeutig Strahlkraft auf die gesamte Region haben“, so Liskow, der auch hochschulpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Landtag ist. Hochschulen in dieser Form aufzuwerten, sei im Ergebnis auch Wirtschaftsförderung, dementsprechend erhoffe sich Liskow, dass der Vorschlag der Unternehmer nun nicht sofort politisch zerredet werde, sondern ernsthaft und zielgerichtet geprüft.

Protest kommt aus den eigenen Reihen

Bei Liskows Parteifreunden in der Mecklenburgischen Seenplatte sieht man die Forderung allerdings in einem ganz anderen Licht. In Neubrandenburg sei man irritiert, über die Forderung des Unternehmerverbandes, heißt es vom Kreisverband Seenplatte der Jungen Union. Zusammen mit der FDP habe die Junge Union in der Vergangenheit versucht, die Ingenieursausbildung zurück an die örtliche Hochschule zu holen. „Damals bügelte das Bildungsministerium die Forderung als unbegründet ab“, so die CDU-Jugendorganisation in einer Erklärung.

Bis 2010 seien in Neubrandenburg noch Ingenieure ausbildet worden, danach habe sich dies auf die Hochschule in Wismar verlagert. Dass der Vorstoß, die Ausbildung nun in Greifswald anzusiedeln in Teilen der Landesregierung auf Zustimmung stößt – zuvor hatten sich bereits Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann und das Wirtschaftsministerium für die Idee ausgesprochen – verwundere sie doch, äußern Steven Giermann und Björn Bromberger vom Kreisvorstand. Aus ihrer Sicht böte die Hochschule Neubrandenburg etwa auf dem Wohnungsmarkt bessere Rahmenbedingungen.

Absage aus dem Bildungsministerium

Eine generelle Absage für den Vorstoß gibt es zudem aus dem Bildungsministerium, das für die Hochschulpolitik im Land zuständig ist. Demnach sei der Standort für Ingenieurswissenschaften in Vorpommern klar die Hochschule Stralsund. „Insofern ist die Einrichtung einer Fakultät für Ingenieurwissenschaften an der Universität Greifswald gegenwärtig nicht Gegenstand der Hochschulplanungen“, heißt es von Ministeriumssprecher Henning Lipski auf Nachfrage des Nordkurier.

In Stralsund könnten Ingenieure für Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau ausgebildet werden, der regionale Bezug zu Vorpommern sei somit gewährleistet. Außerdem gebe es verschiedene Kooperationen zwischen der Universität Greifswald und der Hochschule Stralsund. Darüber hinaus seien in Greifswald leistungsstarke Naturwissenschaften und die Medizin angesiedelt, die ebenfalls wirtschaftsnahe und technologierelevante Forschung betreiben würden.