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Geld her, hier spricht die Polizei!

Falsche Polizisten sind in der Region aktiv. Die echten Beamten warnen vor den Betrügern. Niemals sollte man am Telfon Informationen über das eigene Vermögen preisgeben.
Falsche Polizisten sind in der Region aktiv. Die echten Beamten warnen vor den Betrügern. Niemals sollte man am Telfon Informationen über das eigene Vermögen preisgeben.
Patrick Pleul

Ein BKA-Polizist, eine rumänische Diebesbande und ein ganz besonderer Behörden-Service - alles erlogen. Echt waren am Ende nur die 100.000 Euro, die Betrüger mit ihrer Masche erbeuteten. Es gibt wohl noch mehr Opfer.

Mit einer Betrugsmasche haben angebliche Polizisten in der Region wohl bereits 100.000 Euro erbeutet. Und das allein bei zwei Fällen, die der echten Polizei inzwischen bekannt sind. Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass eine Greifswalderin auf den Trick reingefallen war. Nun meldete sich ein zweites Opfer. Die 67-Jährige hat demnach 60.000 Euro verloren, die sie Mitte Februar einem angeblichen Polizisten übergeben hatte.

Über Wochen hatte der Täter den Kontakt mit der Frau gehalten und ihr weisgemacht, er sei Mitarbeiter der Polizei und ermittle in einem spektakulären Fall. Beim ersten Kontakt hatte er die Dame zu ihrem Vermögen befragt, um ihr direkt im Anschluss zu erklären, dass ihm genau diese Angaben bereits vorliegen.

Häufung solcher Fälle in ganz Deutschland

Seine erfundene Geschichte: Man habe eine rumänische Diebesbande hochgenommen, die genau diese Informationen ausgespäht und vermutlich längst an andere Bandenmitglieder weitergegeben habe. Das Geld sei in Gefahr, selbst das Depot und die Spareinlagen bei der Bank wollten die Verbrecher abräumen. Der falsche Polizist nahm das Vermögen zur Sicherheit in Verwahrung.

Die beiden Fälle in Greifswald sind nicht die einzigen in der Region. Aus Stralsund sind ebenfalls drei Fälle bekannt geworden. Hier funktionierte die Masche allerdings nicht. Die Angerufenen hatten sich gar nicht erst auf das perfide Spiel eingelassen und schnell aufgelegt. "Zuletzt gab es deutschlandweit eine Häufung solcher Fälle", erläutert Polizeisprecher Axel Falkenberg. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter reihum von Region zu Region ziehen und nun in Vorpommern aktiv sind.