Inhaber Martin Schröter möchte in Wolgast geteilte Arbeitsplätze schaffen, die man für einen bestimmten Ze
Inhaber Martin Schröter möchte in Wolgast geteilte Arbeitsplätze schaffen, die man für einen bestimmten Zeitraum mieten kann. Der einstige Tresorraum kann nun zum Beispiel für Besprechungen dienen. Dajana Richter
Im Coworking Space gibt es fünf jederzeit verfügbare Arbeitsplätze mit Schreibtischen, Drucker, Schließf&
Im Coworking Space gibt es fünf jederzeit verfügbare Arbeitsplätze mit Schreibtischen, Drucker, Schließfächer, Besprechungsräumen und das heute so wichtige WLAN-Internet. Dajana Richter
Das frühere Volksbank-Gebäude im Herzen von Wolgast wurde in den vergangenen Monaten zum „Volksbüro&rdquo
Das frühere Volksbank-Gebäude im Herzen von Wolgast wurde in den vergangenen Monaten zum „Volksbüro”. Dajana Richter
Coworking-Space

Gemeinsames Arbeiten in Vorpommern – auch im alten Tresor

Wenn es zu Hause an Platz fehlt, können sogenannte Coworking-Spaces mit Internet und Drucker ein Ausweg sein. Eines dieser neuen geteilten Mietbüros gibt es nun auch in Wolgast.
Wolgast

Die Arbeitswelt ist im Wandel und in Großstädten gehört er für viele mittlerweile zum Berufsalltag dazu, der sogenannte Coworking-Space. Hinter diesem Anglizismus verbirgt sich ein Geschäftskonzept, bei dem Arbeitsplätze und die benötigte Infrastruktur wie Internet, Drucker oder Besprechungsräume, zeitlich befristet zur Verfügung gestellt werden.

Auch Austausch mit anderen möglich

In diesen Büros kommen Menschen unterschiedlichster Branchen zusammen, was viele als sehr bereichernd ansehen, denn dadurch sind neue Vernetzungen und ein Austausch mit anderen Berufszweigen möglich. Zudem sind die geringeren Kosten gegenüber einem Einzelbüro und das räumlich flexible Arbeiten für viele ein entscheidender Vorteil.

Auch in Vorpommern werden mittlerweile vielerorts solche Möglichkeiten des modernen Arbeitens angeboten. Neu dabei ist das „Volksbüro“ im Zentrum von Wolgast, ein Eckgebäude in der Steinstraße 11. Rund 100 Jahre war das Haus in Besitz der Volksbank Wolgast, zuletzt allerdings nur noch mit einem Geldautomaten ausgestattet. Dann wurde es zum Kauf angeboten. Martin Schröter und Sebastian Jacobs nutzten die Chance.

„Als sich dieses Gebäude an diesem strategisch einmaligen Platz anbot, musste ich zuschlagen“, erklärt der umtriebige Schröter, der unter anderem Vorsitzender des Tourismusverbandes Vorpommern und zudem gleich nebenan der Geschäftsführer des Familienhotels „Postel“ ist. Jacobs ist ein in der Region sehr engagierter Architekt und Projektentwickler, der auch schon an der Entstehung des „Postels“ beteiligt war.

Mehr lesen: Bahn will Pendlern Coworking-Flächen anbieten

Kein klassisches Büro

„Ich wollte in den Räumlichkeiten aber nicht nur ein klassisches Büro anbieten, das die Stadt in keinster Weise belebt. Büros auf Ladenebene sind der Tod für jede Innenstadt, denn da geht keiner rein, da findet kein Austausch statt“, ist Martin Schröter überzeugt.

Im Herbst 2020 hatten sie das Gebäude übernommen, Anfang Januar mit dem Umbau des Erdgeschosses begonnen. Seit September können die Räumlichkeiten des „Volksbüros“ gemietet werden. Der Name ist eine Abwandlung aus Bankzeiten. „Wir wollten Anglizismen vermeiden, weil viele mit dem Begriff Coworking nichts anfangen können“, erklärt Schröter. Also blieb die erste Silbe der einstigen Volksbank bestehen und nur die Endung wurde gegen „-büro“ ausgetauscht.

Entstanden sind in dem Eckgebäude fünf Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren Schreibtischen und schneller Internetverbindung, die rund um die Uhr genutzt werden können. Auch Farbkopierer und Drucker sind vorhanden, ebenso Schließfächer für Unterlagen oder Arbeitsutensilien, die man nicht ständig hin- und hertragen möchte.

Trennwände aus Filz zwischen den Tischen sorgen für eine bessere Akustik, so dass zum Beispiel Telefongespräche anderer Mieter nicht durch den ganzen Raum hallen. In der kleinen Küchenecke kann man sich ganz bequem einen Kaffee oder Tee zubereiten. Und natürlich darf auch ein Sanitärbereich nicht fehlen.

Besprechung im ehemaligen Tresorraum

Wer das Büro betritt, dem fällt aber zuerst eine gewaltige Stahltür auf. Einst schützte sie die Kostbarkeiten der Bankkunden, die dahinter im Tresorraum verwahrt wurden. Nun soll der kleine fensterlose Raum, der natürlich über eine moderne Belüftungsanlage verfügt, zum Beispiel für Besprechungen dienen.

Für ein rentables Arbeiten, um also zumindest die anfallenden Kosten zu decken, müssten immer circa drei bis vier der Plätze belegt sein. Schon jetzt werden die Räumlichkeiten auch für Projekttreffen und Workshops genutzt. „Ich gehe davon aus, dass wir hier zukünftig eine wechselnde Besatzung in ganz großen Zyklen haben werden, wir sind schließlich keine Studentenstadt“, so Schröter.

Kein Internetcafé

Dabei geht es den Betreibern nicht um eine stunden- und tageweise Vermietung. „Wir sind kein Internetcafé, eine Woche oder mehr sollte es schon sein“, stellt Martin Schröter klar.

In den vergangenen Corona-Monaten hat sich bei vielen die Art des Arbeitens verändert. So mancher wechselte vom Firmenbüro ins Homeoffice, einige vielleicht sogar dauerhaft. Doch nicht jeder hat daheim den Platz zum Arbeiten oder möchte Geschäftskunden in den heimischen Vier Wänden empfangen – womöglich noch am Küchentisch. Da bietet der Coworking-Space eine Alternative.

Für Selbstständige und Start-ups

Es könnte auch für Selbstständige praktisch sein, sich zeitweise hier einzumieten. Ein Handwerker, der hier abends im Büro in Ruhe seine Rechnungen schreiben kann, der aber nicht dauerhaft ein Büro dafür mieten und ausstatten möchte. Die Kosten lägen laut Schröter etwa zwischen 200 und 300 Euro im Monat, je nach Intensität der Nutzung.

Auch Start-ups, die noch nicht über ein eigenes Büro verfügen, können die Räumlichkeiten für Treffen nutzen. „Das hat mittlerweile etwas mit einem Lebensgefühl zu tun“, sagt Schröter. „Die Menschen setzen auf Unabhängigkeit und Flexibilität. Und mit dieser Art zu leben müssen wir uns auseinandersetzen. Auch wenn das in kleineren Städten wie Wolgast vielleicht noch nicht zum Standard gehört.“

Übersicht: Anbieter und Planungen für Coworking-Spaces in der Region Vorpommern

Greifswald

cowork Greifswald

Das cowork Greifswald bietet nach eigener Aussage all denen Raum, die aus ihrem Homeoffice raus und ein kreatives Arbeitsnetzwerk nutzen wollen. Aktuell werden bis zum Umzug in die Alte Mensa Räumlichkeiten im Technologiezentrum Vorpommern TZV in der Greifswalder Brandteichstraße geboten.

Die im Jahr 2018 geschlossene Mensa am Wall (Am Schießwall 1-4) wird derzeit im Rahmen der Landesinitiative #digitalesMV in eines von sechs digitalen Innovationszentren des Landes verwandelt. In der Greifswalder Innenstadt gelegen sollen neben den Coworking-Arbeitsbüros auch Netzwerkveranstaltungen und Gründerberatung angeboten werden. Insgesamt sind zehn Arbeitsplätze in der Mensa geplant, sowie zwei Meetingräume sowie eine Terrasse.

Anmeldung bei Annelie Bänsch per E-Mail unter [email protected] oder Telefon 03834 550 107. Und unter: cowork-greifswald.de

 

Wolgast

Volksbüro
In der Steinstraße 11 in Wolgast. Kontakt per Telefon 03836 2374383 und unter: www.post-aus-wolgast.de

Ueckermünde
Co-Working Space im Kulturspeicher Ueckermünde

Die Beitreiber werben mit schönen Räumlichkeiten und flexiblen Arbeitsplätzen im Kulturspeicher. Darüber hinaus soll dieser Coworking-Space auch eine Plattform für unkompliziertes Anmieten von Konferenzräumen oder Veranstaltungsflächen in einem repräsentativen Ambiente sein – egal ob einmalig oder regelmäßig.

Acht Arbeitsplätze gibt es insgesamt, alle mit WLAN. Dazu wird ein extra Telefonraum Auch wird – falls gewünscht – auf möglichen Austausch mit den anderen Nutzern des Co-Working Spaces hingewiesen.

Zu finden in der Bergstraße 2 in Ueckermünde (In der oberstens Etage des Kulturspeichers Ueckermünde).

Kontakt per Telefon: 03977 1816225 oder im Internet unter www.speicher-ueckermuende.de

Der Tagespreis liegt bei 15 Euro, der Wochenpreis bei 70 Euro und der Monatspreis bei 250 Euro.

 

Schönebeck (bei Pasewalk)

Seminar- und Landhaus Schönbeck

Das Seminar- und Landhaus wirbt mit einem großen Seminarraum und vier Arbeitsplätzen, die täglich, wöchentlich oder für einen Monat gebucht werden können. Besprechungstisch und Stühle bis zu zwölf Personen sind vorhanden, ebenfalls Meetingtechnik, WLAN und eine Küche sowie Catering wird angeboten. Das Seminarhaus findet sich in der Straße Neu Schönbeck 9 in Schönbeck.

Kontakt per Telefon: 0176 83339811 und unter www.seminar-landhaus-schoenbeck.de

 

Damerow

Co Working & Vacation/Rittergut Damerow

Der Co Working Space/Café gehört zum ehemaligen Rittergut Damerow. Das Café mit Coworking Space ist an das Gutsmuseum angeschlossen. Ein separater Raum mit bis zu zehn Arbeitsplätzen bietet einen Blick auf den Dorfteich. Genauso kann auch auf der Terrasse oder im Garten gearbeitet werden, so die Betreiber. Im Caféraum finden bis zu 30 Personen Platz. Es können alle Räumlichkeiten genutzt werden und auch können die Räume für Meetings, Workshops oder Seminare gemietet werden. Die festen Arbeitsplätze können jederzeit genutzt werden und verfügen über WLAN.

Die Adresse lautet Schulstraße 4 in Rollwitz Ortsteil Damerow.

Kontakt per Telefon: 01772941629 und per Internet unter www.rittergut-damerow.de

Jetzt ansehen: Zu Besuch in Damerow mit Video (UM.tv)

 

Ludwigsburg

CoWork Ludwigsburg (geplant)

Das CoWork Ludwigsburg soll ein Raum für Ideen, Teamwork und Arbeiten im Grünen werden. Direkt neben dem Schloss Ludwigsburg gelegen, nahe dem Greifswalder Bodden, soll voraussichtlich ab 2022 im renovierten, historischen Taubenhaus die Coworking-Arbeitsumgebung nutzbar sein. Das CoWork befindet sich aktuell im Bau und soll voraussichtlich Ende 2022 fertiggestellt werden. Die Adresse lautet Schlosshof 5a in Ludwigsburg.

Kontaktnummer unter 03834 855 33 66 und per E-Mail an [email protected]

Weitere Infos zum Projekt unter: smart-doerp.de/cowork-ludwigsburg

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