„Fridays for Future”
Globale Klimaschutz-Bewegung kommt in Anklam an

Vom Markt zum Bahnhof lief die Demonstration. Aufgerufen hatte die Anklamer Ortsgruppe der Linksjugend Solid.
Vom Markt zum Bahnhof lief die Demonstration. Aufgerufen hatte die Anklamer Ortsgruppe der Linksjugend Solid.
Philipp Schulz

Mit ein wenig Verspätung ist die „Fridays for Future”-Bewegung auch in Anklam aufgeschlagen. Knapp 50 Menschen demonstrierten am Freitag in der Innenstadt.

„Ich sitz hier seit 07:45 Uhr, Mama findet das ok, es geht ja ums Klima.” Auf einer Pappe steht „Schülerstreik fürs Klima” geschrieben, daneben sitzt Tony Gudath, der die 10. Klasse im Lilienthal-Gymnasium besucht. Heute jedoch mal nicht, denn er will den „Friday for Future” (Freitag für die Zukunft) auch in Anklam etablieren.

Als Teil der Ortsgruppe der Linksjugend Solid hat er eine Demo zwischen Marktplatz und Bahnhof angemeldet. Seit Wochen gehen in Deutschland Schüler zu Tausenden auf die Straße, gegen die Klimapolitik und für einen besseren Klimaschutz. Immerhin sei es ihre Zukunft, die gerade vermurkst werde, nicht die der alten Politiker, murmelt es aus der Demo. Nun also auch Anklam, jeden Freitag, immer 13 Uhr auf dem Markt.

Damit ist gleich das größte Argument von Kritikern der Bewegung entkräftigt. Fast alle Anklamer Schüler haben am Freitag zu dieser Zeit bereits schulfrei. Nur drei Kurse der 11. Klasse des Anklamer Lilienthal-Gymnasiums haben zu dieser Uhrzeit noch Unterricht, und auch mit denen habe man eine Lösung gefunden, heißt es von der Schulleitung. Der jeweile Fachlehrer kann die Schüler nach eigenem Ermessen und auf Antrag, der von den Eltern unterschrieben sein muss, freistellen. Am Ende muss es also jeder selbst wissen, ob er schwänzt oder seine Freizeit zum Demonstrieren nutzt. Gegen die Bewerbung von der Demo ist die Schulleitung ebenfalls nicht, in den Gängen des Lilenthal-Gymnasiums hängen mehrere Plakate, die auf die Veranstaltung hinweisen.

Augenzeugin: "Schön, dass die Schüler überhaupt denken"

Anfangs noch etwas angespannt wird Demo-Leiter Tony lockerer, als nach und nach die Schüler eintrudeln. „Solange wir genug sind, um den Banner zu tragen, ist es für die erste Veranstaltung ja ein Erfolg," meint er. Am Ende stehen knapp 50 Menschen auf dem Markt, auch manche darunter, die offensichtlich keine Schüler mehr sind. „Meine Enkel sind jetzt in diesem Alter, ich finde das toll und wichtig," meint eine Dame, die die ganze Demo begleitet. Auch Passanten am Rande gucken erst skeptisch, freuen sich aber über das Engagement der jungen Anklamer. Eine Dame lacht aus ihrer Haustür: „Ich bin ja schon froh, wenn die Schüler überhaupt denken.”

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die Autos, die durch die Demo aufgehalten werden, bei umweltschädigend laufendem Motor warten müssen, bis sich der Demo-Tross weiterbewegt hat. Das Ende findet die Demonstration am Anklamer Bahnhof, wo eigentlich noch Mitglied des Demokratiebahnhofes reden sollte, was jedoch auf kommende Woche vertagt wird. Dann soll es die Generalprobe geben, bevor am 15. März der globale Generalstreik der Schüler stattfinden soll – mit Anklamer Beteiligung.

Kommentare (2)

Mich würde interssieren, wer die Schüler angefixt hat.

Alles begann mit einer dümmlichen Schwedin namens Greta die da glaubt wenn sie die Schule schwänzt bewirkt sie etwas. Und jetzt laufen viele dumme Gretas rum und machen es ihr gleich. Danach gehts nach Hause um in sozialen Netzwerken darüber zu berichten und sich auszutauschen. PS: der verwendete Strom für Tablets,PC,Smartphone usw kommt natürlich aus Kohle- und Atomkraftwerken. Aber unsere Kiddis können ebend noch nicht so weit denken. Hauptsache plären und Schulfrei jeden Freitag. Ich wünsche jedem Teilnehmer dieser "Aktionen" eine Stromfreie Woche. Ob sie dann immer noch demonstrieren? ich glaube eher nicht.