UNIVERSITÄT GREIFSWALD

Greifswalder Wissenschaftler lösen Rätsel um Tiefseegarnelen

Wie können Tiefseegarnelen an hochgiftigen hydrothermalen Quellen überhaupt überleben? Dieses Rätsel haben jetzt Wissenschaftler aus Greifswald in Kooperation mit Meeresforschern aus Paris gelöst.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Die Tiefseegarnele Rimicaris exoculata wird bis zu fünf Zentimeter groß. Greifswalder Forscher wiesen nun nach, wie sich die
Die Tiefseegarnele Rimicaris exoculata wird bis zu fünf Zentimeter groß. Greifswalder Forscher wiesen nun nach, wie sich die Überlebenskünstler an hydrothermalen Quellen in bis zu 4.000 Metern Tiefe orientieren und ernähren. Magali Zbinden
Greifswald.

An der Universität Greifswald ist es erstmals gelungen, das Nervensystem von Tiefseegarnelen genauer zu untersuchen. Demnach verfügten die Garnelen über chemische Sinne, mit denen sie Schwefel, Eisen und Methan lokalisieren könnten. „Von diesen Stoffen ernähren sich spezielle Bakterien, welche in den Kiemenkammern der Garnelen leben“, sagte der Greifswalder Evolutionsbiologe Prof. Steffen Harzsch. Diese Mikroorganismen produzierten Kohlenstoff, von dem sich wiederum die Garnelen ernährten.

Nachdem in der Fachzeitschrift „eLife“ erschienenen Forschungsbericht der Greifswalder Spezialisten können die Tiefseegarnelen die heißen Schlote auch über optische Reize mit den Augen orten. Ihr Gehirn verfüge über hochdifferenzierte Strukturen, die räumliche Orientierung, Lernen und Gedächtnis ermöglichten.

Zusammenarbeit mit Pariser Wissenschaftlern

Zuvor war es einem Expertenteam der Sorbonne Université Paris gelungen, bei einer Expedition mit dem Forschungsschiff „Pourquoi Pas?“ Garnelen der Spezie Rimicaris exoculata aus Tiefen von bis zu 4.000 Metern lebend an die Meeresoberfläche zu bringen, sagte Harzsch. Anschließend seien die vier bis fünf Zentimeter großen Exemplare in Greifswald mit modernsten Bildtechniken wie Röntgentomographie und Laser-Scan-Mikroskopie untersucht worden.

Diese Tiere leben unter extremen Bedingungen an hydrothermalen Quellen des Mittelatlantischen Rückens. An den sogenannten Schwarzen Rauchern herrschen hoher Druck und kochendheiße Temperaturen. Zudem sind die Tiefseegarnelen an den Tiefseeschloten extrem saurem Meerwasser und giftigen Chemikalien ausgesetzt.

 

 

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