Umstrittene Ferkelzuchtanlage

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Größter Schweinestall in MV genehmigt

Die umstrittene große Ferkelzuchtanlage in Alt Tellin (Kreis Demmin) kann gebaut werden.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Neubrandenburg hat den Bau der Anlage für rund 10 500 Sauen und 35 000 Ferkel genehmigt, teilte das Amt gestern mit. Damit kann die bisher größte Schweinezuchtanlage in Mecklenburg-Vorpommern entstehen, wie die Leiterin des Amtes Christa Maruschke in Neubrandenburg sagte. Es wird auch eine der größten Schweinezuchtanlagen in Ostdeutschland, hieß es vom Hybrid-Schweinezuchtverband. Mit rund 700 Einwendungen war es eines der größten Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz, das das Neubrandenburger Amt bisher zu leisten hatte.

Der Alt Telliner Bürgermeister Frank Karstädt hofft nun, dass die Spaltung der Gemeinde in Gegner und Befürworter der Mastanlage allmählich überwunden wird. "Erstmal ist es gut, dass da endlich eine Entscheidung gefallen ist, egal wie", sagte er. Gegner des Vorhabens hatten zwei Jahre lang gegen den Bau protestiert. Sie befürchten Umweltprobleme sowie Gestank durch Gülle.

Genehmigung gilt für Neubau von drei Stallgebäuden, Biogasanlage und Güllelager

Die Genehmigung nach langer Prüfung gilt für den Neubau von drei Stallgebäuden sowie einer Biogasanlage und eines Güllelagers, wie es hieß. Investor ist die Schweinezucht Alt Tellin GmbH, die zur Firmengruppe des holländischen Schweinzüchters Adrian Straathoff gehört, deren Hauptsitz in Gladau (Sachsen-Anhalt) liegt. Laut Genehmigung darf aber nur etwa ein Fünftel der Sauen gleichzeitig Junge werfen.

Gegen die Genehmigung, kann Widerspruch eingelegt werden. "In diesem Fall hat der Investor aber den sofortigen Vollzug beantragt, das heißt, ein Widerspruch hätte keine aufschiebende Wirkung", sagte Maruschke. Straathoff will rund 16 Millionen Euro investieren, die Gemeinde hofft auf 40 Arbeitsplätze. Straathoff hat in Ostdeutschland sieben Anlagen mit 165 Beschäftigten, zwei davon im Nordosten in Fahrbinde (Kreis Ludwigslust) und Medow (Ostvorpommern).

Enttäuscht reagierten die Grünen in Neubrandenburg. Damit sei eine "überdimensionierte Industrieanlage" genehmigt worden, bei der der Tierschutz, die Qualität und die Menschen auf der Strecke blieben, sagte Kreisverbandssprecher Hendrik Fulda.

Kommentare (1)

Die Hoffnung des Alt Telliner Bürgermeisters Frank Karstädt , dass die Spaltung der Gemeinde in Gegner und Befürworter der Mastanlage allmählich überwunden wird, scheint sich im Laufe der Jahre wirklich zu erfüllen. Da inzwischen klar ist, dass die erhofften 40 Arbeitsplätze für die Gemeinde eine Illusion waren und die Geschäftspraktiken des Investors tatsächlich kriminell sind, sinkt die Zahl der blauäugigen Befürworter und immer mehr Einwohner Alt Tellins sind von den Folgen der produzierenden Ferkelfabrik ziemlich frustriert. Es gibt also immer weniger eine gespaltene Gemeinde, sondern eine Gemeinde, die vereint ist in ihrem Ausgeliefertsein gegenüber der von oben politisch durchgedrückten Entscheidung für massiven Verkehr auf zu schmalen Dorfstrassen incl. Lärm und Gestank ...