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Großer Ansturm auf die Sozialberatung

VonStefan HoeftDie feste Sozialberatungs- Sprechstunde der Linkenin Jarmen wird eine Fortsetzung erleben.Denn die Anfragen dazu waren kaum an einem Nachmittag ...

VonStefan Hoeft

Die feste Sozialberatungs- Sprechstunde der Linken
in Jarmen wird eine Fortsetzung erleben.
Denn die Anfragen dazu waren kaum an einem Nachmittag zu bewältigen. Sorgen haben hier insbesondere Hausbesitzer.

Jarmen/Tutow.Dass es im Amt Jarmen-Tutow anscheinend mehr Beratungsbedarf in Sozialangelegenheiten gibt als in vergleichbaren Regionen, weiß die Land- und Kreistagsabgeordnete Jeannine Rösler aus Tutow spätestens seit Herbst. Damals tourte die „Flinke Kiste“ ihrer Partei durch den Landstrich, ein Wohnmobil mit Fachanwalt an Bord, der kostenlos Hilfe in Dingen wie Arbeitslosengeld-, Sozialhilfe und Rentenproblemen anbot. Denn nach Ansicht der Linken fühlten sich viele Menschen in solchen Fragen vom Staat allein gelassen. Und während das Interesse in Loitz und Umgebung normale Formen annahm, reichte der Zwischenstopp in Jarmen keineswegs aus, um alle Anfragen zu bewältigen (der Nordkurier berichtete).
Daher gab es nun die lange versprochene feste Sprechstunde in der Jarmener Stadtbibliothek. Und die überraschte Rösler angesichts der Resonanz einmal mehr: Insgesamt 15 Leute hätten dort Rat gesucht, sodass die veranschlagten zwei Stunden keineswegs ausreichten. „Das hatte sich zwar angedeutet, aber so hätte ich das auch nicht erwartet“, meinte die Abgeordnete gegenüber unserer Zeitung. So viele Bürger meldeten sich sonst nämlich nicht mal in deutlich größeren Städten wie Demmin. Am Ende kamen die Klienten nicht nur aus Jarmen, sondern umliegenden Dörfern wie Tutow, Völschow und Neu Plötz. Schließlich hatte die Partei flächendeckend vorher entsprechend Flyer verteilt, „ein Riesenaufwand“, wie Rösler einräumt.
Sie und Anwalt Alexander Schmidt stellten bei den hiesigen Beratungen insbesondere fest, dass sich auf dem flachen Land häufiger als anderswo Konflikte zwischen der Arbeitsagentur und Hilfeempfängern mit eigenem Wohnhaus zeigten. Dabei geht es einerseits um die Höhe von Heiz- und Betriebskosten sowie andererseits die Übernahme dringend notwendiger Reparaturen. Hier sperre sich die Behörde häufiger oder kürze ihre Leistungen – nach Auffassung des Anwalts öfter zu Unrecht.
Aber offenbar konnten Schmidt und Rösler längst noch nicht alle diesbezüglichen Fragen im Bereich Jarmen klären beziehungsweise erwarten bald neue Fälle. Denn die Tutowerin kündigt eine Fortsetzung an: „Wir werden noch in diesem Jahr, im September, einen weiteren Beratungstag in Jarmen ins Auge fassen.“