MS DÖMITZ

Grünes Licht für Badeschiff-Planung auf der Peene

In einem Grundsatzentscheid haben sich die Anklamer Stadtvertreter für die Erstellung eines Konzept ausgesprochen, mit dem geklärt werden soll, ob die „MS Dömitz” bald zu einem Bade- und Kulturschiff umfunktioniert werden kann.
Für den Frachtverkehr von Gütern sind die Tage der „MS Dömitz“ wohl gezählt – Anklam sol
Für den Frachtverkehr von Gütern sind die Tage der „MS Dömitz“ wohl gezählt – Anklam soll sie jedoch erhalten bleiben. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Eine Bademöglichkeit an der Peene ist vielleicht der größte Wunsch vieler Anklamer für ihre Stadt. Die Stadtvertreter wollen nun den Versuch starten, diesen zu erfüllen. Dafür haben sie gestern mit einem Grundsatzbeschluss die Weichen gestellt. Sie sprachen sich mit großer Mehrheit dafür aus, in den kommenden Monaten mittels eines noch zu erstellenden Konzeptes zu prüfen, ob das Frachtschiff „MS Dömitz“, das seinen Heimathafen in Anklam hat, zu einem Bade- und Kulturschiff umgenutzt werden kann.

Zum Schrottpreis

Die Stadt hätte die Möglichkeit, das Schiff bereits im Sommer kommenden Jahres zum Schrottpreis zu erwerben, wenn der jetzige Kapitän seinen Ruhestand antritt. Die endgültige Kaufentscheidung will die Stadtvertretung treffen, wenn das nun beauftragte Konzept vorliegt – das soll bereits im ersten Quartal 2021 der Fall sein. Damit sollen auch Fakten auf den Tisch kommen. Dazu zählt neben technischen Voraussetzungen auch die Frage, was solch ein Schiff überhaupt kosten würde und welche Betreiberformen anschließend denkbar und umsetzbar seien.

Förderung gefragt

Aus den Sitzungen der städtischen Ausschüsse in der vergangenen Woche war bereits hervorgegangen, dass die Anklamer Stadtverwaltung derartige Überlegungen wohl nicht allein beantworten kann. Kämmerin Beatrix Wittmann-Stifft, zu deren Fachbereich auch das zuständige Stadtmarketing zählt, schätzte allein die Kosten für ein entsprechendes Konzept auf mindestens 50 000 Euro.

Angesichts solcher Zahlen hatte man bereits im Finanzausschuss angemahnt, verantwortungsvoll mit den nächsten Planungsschritten umzugehen, betonte gestern noch einmal dessen Vorsitzender Jürgen Trapp (IfA). Die Verwaltung hatte dazu erklärt, allein die Planungsleistungen nur anzuschieben, wenn sich dazu entsprechende Fördermöglichkeiten finden.

Stadtvertreter wittert bei Kosten Salami-Taktik

In den Fraktionen der Stadtvertretung traf das Projekt auf breite Zustimmung. Dies sei eine „einmalige Chance“, die sich Anklam nicht entgehen lassen sollte – zumindest, um zunächst Lösungen zu erarbeiten und auszuloten, wie ein solches Schiff auch finanziell darstellbar sei, erklärte etwa CDU-Fraktionschef Steffen Göritz. Auch Monika Zeretzke von den Linken pflichtete ihm dazu bei. Immerhin sei eine Schwimmmöglichkeit an der Peene bei ihrer Partei und vielen anderen auch ein Thema im Wahlprogramm bei den Kommunalwahlen vor einem Jahr gewesen, ergänzt sie. Durchaus kritischer sieht das Thema Badeschiff Dr. Uwe Schultz von der SPD. Er sprach sich zwar dafür aus, die Dömitz mit einer sinnvollen Nutzung im Stadtbild zu integrieren – allerdings nicht als überdimensionale Badewanne, betonte er.

„Freibad immer Zuschussgeschäft”

Gegen das Projekt sprach sich wie bereits zuvor in den Ausschüssen die Fraktion Baumgärtner/Kohn aus. Die Kosten seien schlichtweg nicht abschätzbar, erklärte Friedrich Baumgärtner (Freie Wähler). Zumal ein Freibad immer ein Zuschussgeschäft und zudem eine weitere freiwillige Leistung der Stadt bedeuten würde, so seine Sicht. Baumgärtner wittert zudem von der Verwaltung eine „Salami-Taktik“. Das Projekt werde Schritt für Schritt vorangetrieben, bis zu viel investiert wurde, um noch aufzuhören, erklärte er. Bei der anschließenden Abstimmung blieb er mit dieser Meinung jedoch die einzige Gegenstimme.

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