Hochwasser
Handy-App soll für mehr Sicherheit sorgen

Thorsten Empacher, der Kreisfunkwart des Brand- und Katastrophenschutzes, erläuterte die Pegelstände im Bereich Vorpommern-Greifswald.
Thorsten Empacher, der Kreisfunkwart des Brand- und Katastrophenschutzes, erläuterte die Pegelstände im Bereich Vorpommern-Greifswald.
Philipp Schulz

Das neue Jahr beginnt in Vorpommern stürmisch. Die Pegel stiegen teils bedenklich an. Passend dazu stellte jetzt der Landkreis Vorpommern-Greifswald eine neue App vor, die mehr Sicherheit in Gefahrensituationen verspricht.

Mit hohen Pegelständen entlang der gesamten Ostseeküste und Windböen bis zu 90 km/h begann das Jahr in der Region sehr ungemütlich. So wurden am 2. Januar die Leitstellen im Land über eine Sturmflutwarnung informiert. Mittags wurde das Greifswalder Sperrwerk komplett geschlossen. Hier stieg der Pegel bis zu 1,53 Meter über den normalen Nullwert, der in Greifswald bei 5,14 Meter liegt. Auch entlang der Peene wurden steigende Pegelstände verzeichnet, wenn auch nicht so stark wie im östlichen Teil des Landkreises und entlang der Usedomer Ostseeküste. Am stärksten stieg das Wasser in Karnin – bis zum Abend auf 5,55 Meter. Normal sind dort 5,14 Meter.

Trotzdem rief das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt M-V (STALU) am Mittwoch die Hochwasseralarmstufe 2 aus. „Für uns bedeutet das, dass die Deiche regelmäßig kontrolliert werden und wir in Alarmbereitschaft sind“, erklärte Ingolf Zölfel, der das Amt für Wasserwirtschaft und Kreisentwicklung in Vorpommern-Greifswald leitet.

Die App gibt auch Tipps zum Verhalten

Auch Dirk Scheer, der als Dezernent für Soziales, Jugend, Gesundheit, Sicherheit und Ordnung für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig ist, behielt am Mittwoch in Gützkow in der Feuerwehrtechnischen Zentrale die Lage im Blick. Gemeinsam mit den verantwortlichen Sachgebiets- und Amtsleitern informierte er sich über die aktuellste Lage. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel für die Sicherheit des Kreises getan“, sagte er. Zuletzt schlossen der Verwaltungsstab und die Koordinierungsgruppe eine fiktive Katastrophenübung Ende September erfolgreich ab. „Wir hatten das beste Ergebnis der Kreise im Land, darauf wollen wir aufbauen“, erklärte Scheer.

Um die Bevölkerung und auch Touristen in künftigen Gefahrensituationen in Echtzeit informieren zu können, stellten Scheer und die Mitarbeiter des Kreises auch gleich die neue App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vor, kurz Nina (Notfall-Informations- und Nachrichten-App). „Nina arbeitet mit MoWaS (Modulares Warnsystem, Anm. d. Red.) und informiert die Nutzer über Gefahrensituationen jeglicher Art“, erklärte Anja Krüger-Lehmann vom Brand- und Katastrophenschutz. Der Kreis empfiehlt den Download der kostenfreien App, um immer informiert zu sein. „Es wird nicht nur angezeigt, was für eine Gefahr vorliegt, sondern auch, wie sich die Bevölkerung verhalten sollte,“ so Krüger-Lehmann. Und tatsächlich, während der Lage in diesen ersten Tagen des neuen Jahres empfiehlt die App, Aufenthalte im Freien zu vermeiden und Autos aus überschwemmungsgefährdeten Bereichen zu entfernen, wie etwa in Greifswald-Wieck.

Bereits am Mittwochnachmittag gingen die Pegel in Wismar und im westlichen Bundesland zurück. Für die kommenden Tage erwarteten die Sicherheitsbehörden einen nachhaltigen Rückgang der Pegelstände auch im Kreis Vorpommern-Greifswald.