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Hat denn keiner mehr fünf Euro übrig?

Die Feierlichkeiten zum 750. Stadtjubiläum kamen bei den Anklamer super an. Doch leider hatte sich die Stadt bei den Kosten verkalkuliert.
Die Feierlichkeiten zum 750. Stadtjubiläum kamen bei den Anklamer super an. Doch leider hatte sich die Stadt bei den Kosten verkalkuliert.
Thomas Wienke

Mindestens um 50000 Euro hat sich Anklam bei der Planung des großen Festwochenendes verkalkuliert. Ein Spendenaufruf aus politischer Reihe sollte es richten. Doch bisher läuft die Aktion eher dürftig.

Friedhelm Schülkes Idee polarisiert die Hansestadt. Der CDU-Mann hatte vorgeschlagen, die fehlenden 50 000 Euro in der Kalkulation für das Stadtfest zum 750. Jubiläum durch eine erneute Spende der Bürger zusammen zu bekommen. Seine Rechnung klang denkbar einfach: Anklam hat gut 10 000 Einwohner, davon könne doch jeder nochmal fünf Euro dazugeben.

So einfach die Idee klingt, so schwer ist offenbar die Umsetzung. Denn das Spendenkonto ist nun knapp vier Wochen nach dem Aufruf von den 50 000 noch weit entfernt. Derzeitiger Kontostand: 539 Euro. Enttäuscht ist Beatrix Wittmann-Stifft dennoch nicht. Die Chef-Organisatorin des Stadtjubiläums freut sich über jeden einzelnen Euro. "Wirklich rechnen durften wir damit ja auch nicht", sagt sie, "und 500 Euro sind ja auch nicht wenig!". Denn jeder Euro ist ein Geschenk an die Stadt. Die hatte nämlich schon vor dem Aufruf Schülkes bekannt gegeben, dass die Kosten von der Verwaltung gedeckt werden.

Momentan nur 28 Spender

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum sich die Anklamer kaum an der Spendenaktion beteiligen. Dabei wurde kurz nach der Veröffentlichung im Nordkurier in den Sozialen Netzwerken darüber viel diskutiert und vielfach davon gesprochen, die fünf Euro gern spenden zu wollen. Letztendlich sind es momentan aber nur 28 Spender. Im Schnitt sind es also nicht nur fünf, sondern sogar 20 Euro, die auf dem Konto landen.

Ein weiterer Grund für die Spendenflaute könnte auch die Tatsache sein, dass viele schon vor dem Fest die obligatorischen 750 Cent zugeschossen haben und daher das Verständnis für eine erneute Finanzspritze fehlt. Eines steht jedoch außer Frage - und das nicht nur in der Stadtverwaltung, sondern auch in den Sozialen Netzwerken: Am Fest selbst liegt es nicht. Denn das wird noch immer als großartig angesehen.

Die anhaltende Begeisterung spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen der Jubiläums-DVD wider: Das gute Stück war innerhalb der ersten vier Tage ja ausverkauft. 500 einfach weg. "Wir haben gleich welche nachbestellt", sagt Wittmann-Stifft. Nochmal 500 Stück. Davon sind auch schon wieder mehr als die Hälfte verkauft. Die Chefin des Stadtmarketings rechnet fest damit, dass wenigstens noch einmal nachbestellt werden muss.

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