Nach Kahlschlag
Naturschutzbehörde setzt Anklam Pistole auf die Brust

45 Bäume wurden auf dem neuen Friedhof in Anklam abgeholzt – gibt es jetzt Konsequenzen?
45 Bäume wurden auf dem neuen Friedhof in Anklam abgeholzt – gibt es jetzt Konsequenzen?
Anne-Marie Maaß

45 Friedhofsbäume in Anklam wurden abgeholzt – fast alle offenbar ohne Genehmigung. Deshalb schaltet sich jetzt auch die Naturschutzbehörde ein.

Nicht nur SPD-Stadtvertreter Uwe Schultz war angesichts der massiven Baumfällarbeiten auf dem neuen Friedhof in Anklam sprachlos. Auch die Naturschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald beschäftigt sich mittlerweile mit dem Vorfall und hat eine Stellungnahme von der Stadt gefordert.

Der Landkreis habe lediglich der Fällung einzelner abgestorbener Bäume auf dem Neuen Friedhof in Anklam zugestimmt, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim. Jetzt wurden allerdings gleich 45 Bäume abgeholzt. Für die Fällung des gesamten Baumbestandes liege bisher kein Antrag zur Genehmigung vor, so der Landkreis. Der Naturschutzbehörde sei jedoch bekannt, dass die Stadt Anklam seit Längerem beabsichtige, „den durch Schädlingsbefall geschädigten Nadelholzbestand auf dem Neuen Friedhof umzubauen“, hieß es.

Neupflanzung von Bäumen wird teuer

Eine entsprechende Naturschutzgenehmigung könne nun aber auch noch nachträglich beantragt werden. Gleichzeitig fordert der Landkreis zudem ein entsprechendes Konzept für die Neupflanzungen, dies sollten „standortgerechte Neupflanzungen“ sein, die auch Nahrung für Insekten und Vögel bieten, heißt es. „Meines Erachtens muss die Ersatzpflanzung kurzfristig erfolgen“, sagte Froitzheim. Und das könnte teuer werden: Nach ersten Einschätzungen von SPD-Mann Uwe Schultz, die Anklams Bauamtschefin Sylvia Thurow durchaus als realistisch einschätzte, könnten sich allein die Kosten für die Ersatzpflanzungen auf rund 50.000 Euro belaufen.

Auch Bürgervorsteher Andreas Brüsch (IfA) hat sich – von Schultz angesprochen – mittlerweile ein Bild von der Lage auf dem neuen Friedhof gemacht und fordert Konsequenzen im Rathaus. „Das darf so kein zweites Mal passieren. Ich erwarte, dass der Vorgang deshalb aufgeklärt wird und Konsequenzen folgen, die eine Wiederholung ausschließen“, sagte er. Sylvia Thurow hatte angeführt, dass eine Mitarbeiterin des städtischen Bauamtes, ohne Rücksprache zu halten, den Fällauftrag erteilt hatte.

Galander will sich nicht äußern

Dr. Uwe Schultz will die Sache ebenfalls nicht auf sich beruhen lassen und am Ball bleiben. Auch für die Stadtvertretersitzung am kommenden Donnerstag kündigte er schon einmal weitere Nachfragen an, sollte die Stadt ihm bislang noch keine zufriedenstellenden Antworten geliefert haben.

Bürgermeister Michael Galander will sich derweil auf Nordkurier-Anfrage erst einmal nicht weiter zu dem Vorgang äußern. Die Baumfällungen werden derzeit in der Stadtverwaltung intern aufgearbeitet“, sagte er.

Kommentare (1)

Richtig so! Mit Abholzen ist man immer schnell, ohne den nötigen Ausgleich zu schaffen und wie man hier liest, sogar ohne Genehmigung!